Sonnenstrom auf 49 Hektar Ermershausen stellt Solarpark-Pläne vor

Wie der Geschäftsführer von SüdWerk, Manuel Zeller Bosse erklärte, sollen bei der Pflege des Solarparks auch Schafe eingebunden werden. Foto: Südwerk

Die Gemeinde und der mögliche Betreiber Südwerk wollen eine PV-Anlage von 49 Hektar errichten. Die Details wurden nun erstmals öffentlich.

Ermershausen - Bei einem Pressegespräch am Donnerstag in der Adolf-Höhn-Halle wurde der geplante Solarpark in der Flurabteilung „Rödern“ erläutert. Dort will die Firma SüdWerk aus Burkunstadt zusammen mit der Gemeinde einen 49 Hektar großen Solarpark mit einem Investitionsvolumen von rund 27 Millionen Euro errichten. Nachdem wegen Corona keine Bürgerversammlung möglich ist, soll mit dem Pressegespräch die Bevölkerung über das Vorhaben aufgeklärt werden, meinte Bürgermeister Günter Pfeiffer. Er hieß neben dem Gemeinderat noch Geschäftsführer Manuel Zeller Bosse, Marketing Managerin Denise Anthofer und Pressesprecher Matthias Rotter des möglichen Betreibers SüdWerk aus Burgkundstadt willkommen.

Eingangs gab Bürgermeister Pfeiffer über noch einmal einen kurzen Rückblick über die Entstehung der Idee. Vor einem Jahr hatte sich der Gemeinderat erstmals mit dem Thema Photovoltaik-Freiflächenanlage beschäftigt. Wie der Bürgermeister betonte, möchte die Gemeinde Ermershausen einen Beitrag zu nachhaltiger, erneuerbarer und emissionsfreier Energiegewinnung leisten. Bereits 2019 hat die Firma Südwerk aus Burgkunstadt vor Weihnachten Kontakt mit verschiedenen Grundstückseigentümern aufgenommen.

Er betonte, dass es das Bestreben der Gemeinde von Anfang an war, durch so eine Anlage auf dem Gemeindegebiet auch einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger zu erreichen. Durch Corona hätten sich Gespräche hingezogen.

Im Herbst 2020 kam es dann zum Kontakt mit der Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprodukte im Landkreis Haßberge (GUT). Auch deren Vorschläge und Informationen wurden bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt. Nach weiteren Gesprächen Ende vergangenen Jahres hätte man ein nachhaltiges und vertretbares Gesamtpaket erhalten. Das Gemeindeoberhaupt betonte aber, dass bei der geplanten Fläche die maximale Größe für eine Anlage im Gemeindegebiet erreicht ist. Die Größe des geplanten Solarparks reicht aus, um den Energiebedarf für 1200 Haushalte zu decken.

Die geplante Lage der Anlage liege günstig und ist vom Ort nicht einzusehen. Die Größe der Anlage mit 49 Hektar wurde damit begründet, dass die große Entfernung zum nächsten Einspeisepunkt in Hofheim eine gewisse Größe erfordert, um die Anlage wirtschaftlich betreiben zu können. Bürgermeister Pfeiffer betonte, dass zurzeit noch kommunalrechtliche Vorprüfungen laufen und alle Entscheidungen, die der Gemeinderat trifft, selbstverständlich vorbehaltlich einer positiven Prüfung erfolgen. Die Gemeinde wolle die Bürger auf jeden Fall immer bei den Entscheidungen mit einbeziehen, erklärte Günther Pfeiffer.

SüdWerk-Geschäftsführer Manuel Zeller Bosse unterlegte die Ausführungen anschließend mit Zahlen. Er bestätigte den Anwesenden, dass mit der Anlage die Gemeinde Ermershausen ein großes Stück in der Energiewende vorankäme. Der geplante Solarpark Ermershausen auf 49 Hektar Fläche soll jährlich 15 000 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Die Anlage soll jährlich 56 Millionen kWh Strom erzeugen, die den Planungen zufolge direkt an Stadtwerke und Energieverbraucher in der Region geliefert werden. Die Wertschöpfung bleibe damit in der Region. Zeller Bosse teilte mit, dass eine endgültige Ausführung aber noch aussteht.

Bei seinen Ausführungen ging der Fachmann auch auf die Pflege der Anlage ein und betonte, dass auch eine Schafbeweidung möglich ist. Wenn alles wie geplant läuft, soll Herbst 2022 mit dem Bau begonnen werden und die Anlage im Frühjahr 2023 Strom einspeisen. Speziell für die Ermershäuser Anlage soll ein neues Kabel nach Hofheim verlegt werden und dort ein neues Umspannwerk entstehen.

Mit ihren Ausführungen waren Günther Pfeiffer und Zeller Bosse bereits auf einige Fragen eingegangen, die die Bürger von Ermershausen derzeit beschäftigen. Die Gemeindebürger konnten nämlich bereits vor der Versammlung Fragen zur Planung einreichen. Was die Wertschöpfung für die Region anbelange, so Zeller Bosse, solle man insbesondere an die Steuerkraft bei der Gewerbesteuer für die Gemeinde denken. Der Geschäftsführer erklärte zudem, dass seine Firma durch den Bau in Ermershausen als Nachbar anerkannt werden möchte und einen Fond für Sozialzwecke anbieten werde, der aus den Gewinnen finanziert werden soll. Von der Flurbereinigung bis hin zu den örtlichen Vereinen wolle man damit das bürgerliche Engagement finanziell fördern. Unter Bürgerbeteiligung versteht die Firma, dass sich die Gemeindebürger durch Banksparbriefe und Darlehen an der Finanzierung des Solarparks beteiligen könnten.

Einige Bürger wollten auch wissen, wie der Rückbau in einigen Jahrzehnten aussehen wird. Zeller Bosse erklärte hierzu, dass ein Rückbau bereits eingehend im Konzept durch Bürgschaften abgedeckt sein wird. Außerdem wird in der Anlage der verbaute Materialwert auf jeden Fall höher liegen, als ein Rückbau kostet. Der Rückbau würde auch für die Gemeinde kostenfrei verlaufen, sollte eine Insolvenz des Besitzers eintreten. „Unser Motto ist: Von der grünen Wiese zur grünen Wiese“, erklärte der Geschäftsführer.

Bürgermeister Pfeiffer stellte fest, dass die Befragung der Bürger deutlich machte, dass die Bevölkerung von Ermershausen dem Bau eines Solarparks positiv gegenüber stehe. Auch Zeller Bosse stimmte mit ein, dass sich SüdWerk sehr über die konstruktive Zusammenarbeit und Akzeptanz durch die Ermershäuser Bevölkerung freut. Bürgermeister Pfeiffer informierte abschließend, dass der Gemeinderat die Bauleitplanung vornehmen wird, wenn alle rechtlichen Prüfungen abgeschlossen sind.

 

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