Es ist ein 24-Stunden-Job, der millionenfach von Angehörigen geleistet wird: die Pflege zu Hause. Von den knapp sechs Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes etwa 85 Prozent daheim versorgt, meist von den nächsten Verwandten. Doch weil das Defizit der Pflegeversicherung immer größer wird, durch eine 7,5 Milliarden Euro große Lücke (Prognose 2027) geradezu die Pleite droht, plant die Bundesregierung Reformen zur Ausgabenbegrenzung, von denen auch die häusliche Pflege nicht verschont wird. Die Pflegegrade 1 bis 3 sollen künftig durch eine Anhebung der Schwellenwerte bei der Begutachtung schwerer erreichbar sein und Leistungen gekürzt werden. Und: Von der Pflegeversicherung sollen für pflegende Angehörige nur noch 70 Prozent der Rentenbeiträge gezahlt werden – was sich später negativ auf das Rentenniveau auswirken wird.