SPD Haßberge „Mangelndes Impfangebot im Landkreis“

Vom Kreis käme kaum bis keine Unterstützung bei der Organisation von Impfaktionen in den Kommunen. Das bemängelt die SPD-Kreisvorstandschaft in den Haßbergen.

Gemeinsam mehr Impfmöglichkeiten schaffen möchte die Kreis-SPD. Foto:  

Kreis Haßberge - Dass der Kampf gegen Corona durchaus auch ein kommunalpolitisches Thema ist, zeigte sich bei der jüngsten Online-Sitzung der Kreisvorstandschaft der Haßberge-SPD. Vor allem die noch immer nicht ausreichenden Test- und Impfangebote rückten dabei in den Fokus. Der Landkreis – so der Tenor – müsse endlich seiner Verantwortung besser gerecht werden, wie es in einer Pressemitteilung der Kreis-SPD vom Donnerstag heißt.

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Sand habe es vorgemacht, Knetzgau auch: Zwei Kommunen, die in Eigenregie ein Impfangebot auf die Beine gestellt haben, so die Sozialdemokraten. „Es hat natürlich Arbeit gemacht und auch Personal in der Verwaltung gebunden“, erklärte Bernhard Ruß, SPD-Bürgermeister der Korbmacher-Gemeinde, laut Pressemitteilung in der Online-Runde der Kreis-SPD. Ärzte mussten gesucht, Personal geschult und die technischen Möglichkeiten geschaffen werden. Er habe sich dieser Aufgabe gerne gestellt, so Ruß: „Impfen ist ein wichtiger Faktor, wenn wir die Pandemielage in den Griff bekommen wollen.“ Aber eines habe er dennoch vermisst, wie es heißt: Vom Kreis gebe es leider kaum bis keine Unterstützung.

Eine Meinung, der sich laut Mitteilung auch die anderen Mitglieder der Kreisvorstandschaft einstimmig anschließen konnten. „Es liegt leider Vieles im Argen“, wird Steffen Kropp, Bürgermeister von Rentweinsdorf und stellvertretender Kreisvorsitzender, zitiert. Der Landkreis müsse sehr viel mehr Initiative zeigen und auch bereit sein, umzudenken. „Dann könnten wir schnell das anbieten, war wir dringend brauchen: Noch mehr Möglichkeiten, sich impfen zu lassen“, so die Kreisvorsitzende Johanna Bamberg-Reinwand.

Die momentane Lage mit einem Impfzentrum in Königsberg und zwei „Aushilfszentren“ in Haßfurt und Ebern sei alles andere als befriedigend. Vor allem die mangelnde Ausstattung und das fehlende Personal waren Kritikpunkte. Gerade in Haßfurt sei die personelle Besetzung für die Menge an Impfungen, die erledigt werden soll, schlicht und ergreifend nicht ausreichend. Zumal aktuell dort ausschließlich medizinisches Personal zum Einsatz komme. „Die Mitarbeitenden in der Pflege und anderen medizinischen Bereichen sind doch sowieso schon am Ende ihrer Kräfte. So wie es im Moment läuft, verheizt man sie noch zusätzlich“, gab Johanna Bamberg-Reinwand zu bedenken.

Dabei gebe es durchaus andere Möglichkeiten. „Warum besetzt bestimmte Punkte im Ablauf nicht mit Verwaltungspersonal, zum Beispiel aus dem Landratsamt?“, fragte Paul Hümmer. Es müsse doch möglich sein, in solch einer „Riesenbehörde“ so umzuschichten, dass Ressourcen frei werden, die man dann sinnvoll einsetzen könnte. „Bei der Anmeldung braucht es kein medizinisches Fachpersonal. Da muss man nur einen Computer bedienen können“, nannte der stellvertretende Kreisvorsitzende ein Beispiel.

Zudem gebe es auch über das Landratsamt hinaus sicher Menschen, die bereit sind mitzuhelfen. „Nur muss das alles koordiniert werden“, machte Steffen Kropp klar. „Und das ist nun einmal die Aufgabe des Landrats und seiner Behörde.“ Der Rentweinsdorfer Bürgermeister könnte sich übrigens vorstellen, in seiner Freizeit mitanzupacken und zum Beispiel die Aufgabe der Anmeldung zu übernehmen. „Es ist nicht mehr fünf vor, sondern fünf nach zwölf“, meinte er mit Blick auf die Infektionszahlen.

Aktuell gebe es nun einmal einen großen Bedarf an Impfungen sowohl bei Älteren, die geboostert werden wollen, als auch bei Menschen, die sich jetzt für eine Erstimpfung entscheiden. Ihnen müsse man ein gutes Angebot machen. Zumal angesichts der noch immer zu geringen Impfquote von nicht einmal 65 Prozent der Landkreisbevölkerung. Das Fazit der Kreis-SPD: „Der Landrat ist jetzt gefordert. Wir haben den Katastrophenfall und den muss er managen!“ red