Speed-Traillauf Götz setzt sich die Kaiserkrone auf

Ralf Stejskal
Zielsicher durchs Gelände: Daniel Götz in seinem Element. Foto: privat

Das Langstrecken-Ass vom SV Bergdorf-Höhn gewinnt bei seinem Comeback den prestigeträchtigen Trail imKaisergebirge. Nur bergab fühlt er sich noch einwenig unsicher.

Die Kaiserkrone geht an einen Höhner.

Daniel Götz feierte mit seinem Sieg beim prestigeträchtigem Traillauf im Kaisergebirge in Tirol ein fabelhaftes Comeback. Lange war es still gewesen um das Höhner Langstrecken-Ass. Der Grund: Eine hartnäckige Fußverletzung hatte den 33-Jährigen ausgebremst. An Laufen war über Monate hinweg nicht zu denken. Selbst ein Karriereende stand im Raum. Doch mit Alternativtraining hat sich der Wildenheider fit gehalten. Beim Kaiserkrone-Trail am Wilden Kaisergebirge in Tirol kam es nun zur erfolgreichen Rückkehr.

20,4 Kilometer und 1430 Höhenmeter. Das sind die nackten Zahlen zum Kaiserkrone Speed Trail 2022 in Scheffau am Wilden Kaiser. Über Stock und Stein, Wurzeln und Geröll. Steile Anstiege und ebenso halsbrecherische Downhillpassagen. Nicht nur für Daniel Götz, sondern auch für alle anderen Teilnehmer waren die Bedingungen eine echte Herausforderung. Zumal die Strecke durch Regen am Vorabend noch aufgeweicht war und somit noch schwieriger wurde. Wenngleich der Renntag mit 26 Grad und Sonne pur wahrliches „Kaiserwetter“ verhieß.

14 Kilometer bergauf

Vom Start weg führte der Kurs fast nonstop 14 Kilometer bergauf. Hier konnte der Höhner Langstreckenläufer seine Stärken voll ausspielen. In hohem Tempo stürmte Götz die Anstiege am Fuße des Wilden Kaisers hinauf. Sein Vorsprung am höchsten Punkt der Strecke betrug teilweise sogar mehr als zehn Minuten auf die Konkurrenz. So viel, dass sich der Veranstalter unten im Zielbereich bereits Sorgen machte, dass sich der 33-Jährige verlaufen hatte. Dabei hatte der Höhner einfach nur „sensationelle Beine bergauf“, wie er hinterher im Zielinterview bestätigte.

Geröllfelder und halsbrecherische Passagen

Eine gehörige Portion Respekt und Unsicherheit schwangen dann jedoch im Schlussteil der Strecke bei ihm mit. Dieser führte über knapp sechs Kilometer mehr als 750 Höhenmeter bergab ins Tal. Ohne allzu starkes Risiko zu gehen, kämpfte Götz mit Geröllfeldern und halsbrecherischen Singletrail-Passagen. Das finale führte sogar über Brücken und Treppen eine Klamm hinab. In Unwissenheit seines Vorsprungs mobilisierte der Wildenheider seine Kräfte auf dem letzten Kilometer und erreichte schließlich als Erster den roten Teppich. Dieser kündigte den Zieleinlauf, mitten im Zentrum des Urlaubsorts in Scheffau an. Unter großem Zuschauerlärm durfte Götz dann das Zielbanner als Sieger in die Höhe recken. Seine Zeit: 2:03:50 Stunden. Es dauerte zwei und drei Minuten ,bis auch der Zweit- und Drittplatzierte den Zielbogen durchliefen.

Nun ruft der Großglockner

„Kaiserwetter am Wilden Kaiser. Eine anspruchsvolle Strecke und ein gelungener Formtest für mein nächstes Ziel, den Großglockner-Berglauf“, resümierte Götz sein Ergebnis. „Bergauf gibt’s nichts auszusetzen, aber bergab gilt es noch einiges zu trainieren, um dauerhaft konkurrenzfähig zu sein“, analysierte das Aushängeschild des SV Bergdorf-Höhn.

 

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