Spendenaktion Hilfe für Kinderheim in Sri Lanka

Renate Götz unterstützt ein Kinderheim in Sri Lanka. 18 Jungen haben aktuell Corona. Das Geld reicht so schon nicht. Die Lage ist nun prekärer als je zuvor.

15 Kilo Reis pro Tag für 32 Kinder und vier Erwachsene – früh, mittags und abends. Das sind pro Mahlzeit nicht einmal 150 Gramm. Ohne die Essenslieferung, die von Renate Götz organisiert wird, müssten die Kinder hungern. Foto:  

Steinwiesen - Vor acht Jahren hat die Steinwiesenerin Renate Götz zum ersten Mal Sri Lanka besucht. Ihr war damals sofort klar: „Hier muss ich helfen.“ Die Menschen auf der Insel im Indischen Ozean sind bettelarm. Die 61-Jährige startete damals unmittelbar nach ihrer Rückkehr nach Steinwiesen eine Hilfsaktion: Sie sammelte ausrangierte Brillen für die Ärmsten auf Sri Lanka.

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Das Brillen-Projekt existiert noch immer. Doch hinzu kam die Unterstützung eines Kinderheims (die NP  berichtete). Dort waren die Wohnverhältnisse verheerend. Renate Götz half immer wieder bei der Renovierung. Das klappte gut. Dann kam Anfang 2020 Corona. Die Steinwiesenerin war das letzte Mal im März 2020 vor Ort, um nach dem Rechten zu sehen. Doch ihr Kontaktmann auf der Insel, Tharanga, kümmert sich weiterhin um die Versorgung des Heims, in dem zwischenzeitlich 32 Jungen zwischen drei und 21 Jahren leben – plus die vier erwachsenen Betreuer. „Tharanga fährt alle paar Tage vorbei – mit 150 Kilogramm Reis, Gemüse und Linsen im Gepäck. Das Heim braucht 15 Kilogramm Reis pro Tag. Das ist dort das Grundnahrungsmittel, das es zum Frühstück, zum Mittag- und Abendessen gibt. Wenn unser Geld noch dafür reicht, dann bringt er auch etwas Hühnchen oder Fisch mit“, erklärt Renate Götz, die sich gar nicht ausmalen möchte, was die Kinder ohne ihre Hilfe machen würden.

Staatliche Unterstützung gibt es nicht. Auch nicht für all diejenigen, die in der Corona-Pandemie keinen Job mehr haben. 80 Prozent der Inselbewohner leben vom Tourismus, der wegen der Pandemie völlig zum Erliegen gekommen ist. „Sri Lanka ist nun fast seit zwei Jahren immer wieder im Lockdown. Erst seit Oktober sind die Flughäfen offen.“ Während der Lockdowns habe auch Tharanga kein Essen liefern können. Nach dem letzten Lockdown im November habe das Kinderheim gerade mal noch eine Schüssel Reis und eine Schüssel Linsen für 32 Kinder gehabt. „Das darf nicht mehr passieren“, betont Renate Götz. Damals startete sie erneut einen Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook, in dem sie wieder um Spenden bat. „Die Resonanz war unglaublich. Da spenden auch viele, für die ich eine Unbekannte bin. Ich könnte das Geld ja für wer weiß was verwenden“, sagt sie ergriffen und versichert, dass selbstverständlich jeder gespendete Euro in das Kinderheim fließt.

Aktuell darf selbst Tharanga dort nicht rein. Denn 18 der 32 Kinder haben Corona. „Sie brauchen zu den Lebensmitteln nun auch noch Medikamente. Unser Geld hat aber in dem Moment nur noch für die Medikamente gereicht. Also habe ich wieder über Facebook gebettelt“, erzählt sie. Mit Erfolg: „Ich bin total begeistert. Jetzt kann Tharanga Essen und Medikamente bezahlen.“ Der Musikverein Nurn spendete beispielsweise 300 Euro, der FC-Bayern-Fanclub Steinwiesen 200 Euro.

Nächste Woche startet Renate Götz nach zwei Jahren erstmals wieder in Richtung Sri Lanka. 30 Kilogramm Gepäck darf sie mitnehmen – sie hat vor allem Milchpulver dabei. Für sich selbst hat sie nur die sieben Kilo Handgepäck: „Das reicht für mich.“ Sie hoffe nun, dass sie überhaupt ins Kinderheim rein kann. „Wenn die 18 kranken Kinder die übrigen 14 anstecken, ist das Heim noch in Quarantäne, solange ich da bin“, überlegt sie. Dabei schwebt ihr vor, im Speisesaal noch einen hygienischen Boden zu verlegen, den man auch wischen kann. Sie wird auch diesmal Wege finden ...