Niklas Hilber, der vor einem Jahr die Nachfolge Obermeiers als Vorsitzender beim Bund Bairische Sprache antrat, zufolge bedeutet Mundartförderung mehr als Folkloreveranstaltungen mit Dialektliedern vor hochbetagtem Publikum. Es gehe darum, das soziale Ansehen von Dialekt zu stärken, damit Dialekt nicht nur im Wirtshaus und beim Heimatabend, sondern im echten modernen Leben gesprochen werde.
Laudator Scheuringer führte ein Beispiel an: Bei einer Einschulung kürzlich in München habe eine Lehrerin einem Sechsjährigen angedroht, ihn zurückzustellen, falls er nur Dialekt spreche, kein ordentliches Hochdeutsch. Da hätte man selbst wohl nie eine Chance auf Bildung gehabt, und der Herr Hader auch nicht, wenn das damals schon so gewesen wäre, resümierte Scheuringer.
Prominente Dialektsprecher
Mit der "Bairischen Sprachwurzel" will der Verein hier anknüpfen, und so ehrt er traditionell Persönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit zu ihrem Dialekt stehen. 2024 nahm der frühere Skirennläufer Markus Wasmeier den Preis entgegen, im Jahr davor wurde Gerhard Polt ausgezeichnet.
Zu den vorangegangenen Preisträgern zählen Moderator Werner Schmidbauer, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Musiker Hans-Jürgen Buchner von der Band "Haindling", Regisseur Markus H. Rosenmüller und der 2022 gestorbene frühere Papst Benedikt XVI.