St.-Anna-Kapelle Wo die Heilige Familie zum Spielen einlädt

Heike Schülein

In der St.-Anna-Kapelle in Kronach sind wieder zahlreiche Krippen ausgestellt. Eine davon will nicht nur bewundert werden. Sie möchte vor allem die Jüngsten in ihren Bann ziehen.

Überall auf der Welt, wo Christen leben, findet man auch den Brauch, zur Weihnachtszeit in Kirchen und Häusern Krippen aufzustellen. Im mittlerweile stark angestiegenen Reigen de Ausstellungen im Landkreis kommt der Schau in der Kronacher St.-Anna-Kapelle eine besondere Bedeutung zu. Veranstalter ist hier die Katholische Erwachsenenbildung (KEB), eröffnet wurde sie am Samstag.

„Was macht Krippen so interessant und warum sind sie uns so wichtig?“, warf KEB-Vorsitzende Birgitta Staufer-Neubauer in den Raum. Interessant seien die handwerkliche Kunst und religiöse Interpretation: Wer sieht welche Figuren an welchem Ort mit welcher Bekleidung und auch Begleitung? Bei Krippen gebe es etwas zu sehen und für Kinder besonders, wenn man die Figuren vorsichtig anfassen dürfe. In der St.-Anna-Kapelle gibt es eine Sandkrippe, mit der Kinder spielen können – und man glaube nicht, wie hier die Rollen vertauscht würden.

Dank an Mitstreiter

„Krippendarstellungen und damit Krippenausstellungen sind Teil der Verkündigung. Wir sehen die Botschaft und können dem Leben Jesu folgen“, erklärte die Vorsitzende, die vor allem allen Ausstellern sowie den Hauptorganisatoren Siegfried Schneider, Werner Müller und Mesner Lukas Weiß dankte.

Siegfried Schneider war der Dank an seine Mitstreiter ebenso wichtig wie auch an die KEB mit dem pädagogischen Leiter der Bildungswerke Kronach, Lichtenfels und Coburg, Stephan Renczes, und dessen Mitarbeiterin Petra Söhnlein für die Unterstützung über all die Jahre: „Ohne euch wäre die Ausstellung nicht das, was sie heute ist“, würdigte er. Schließlich sei doch die Schau nicht mehr aus der weihnachtlichen Zeit wegzudenken. Die schönste Belohnung für die viele Arbeit seien viele Besucher und offene Kinderherzen. Dank gebühre auch dem Haus Fischbachtal für die Hilfe beim Aufbau.

Wunderbare Unikate

Stellvertretender Landrat Gerhard Wunder und Kronachs Bürgermeisterin Angela Hofmann lobten die Liebe, die die Hobby-Krippenbauer in ihre wunderbaren Unikate investierten. Krippen passten, so die Bürgermeisterin, sehr gut in die Adventszeit – als Symbol unseres christlich-abendländischen Glaubens sowie als Ausdruck für die Vorfreude aufs Fest. Die Katholische Kirche war vertreten durch Dekan Detlef Pötzl, Kaplan Dominik Stehl sowie Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber, der ein inniges Gebet sprach. Mit nachdenklichen Liedern umrahmte das Duo Biggi und Barbie den offiziellen Teil. Im Anschluss waren alle Besucher ins Foyer des Pfarrzentrums zu Glühwein und Stollen eingeladen.

Von traditionell bis modern

Heuer präsentieren 15 Krippenbauer ihre ebenso ideenreichen wie unterschiedlichen Kreationen – von traditionell bis modern. Die jüngsten sind die beiden Enkel von Siegfried Schneider, der siebenjährige Linus und sein zwei Jahre älterer Bruder Jakob. „Sie kommen immer schon im Sommer zu mir und sagen, dass es nun Zeit fürs Krippenbauen wird“, verrät der stolze Opa, der natürlich auch selbst wieder kreativ war. Die drei Krippen wurden nebeneinander angeordnet. „Wir brauchen heuer einen Tisch ganz für uns“, lacht der passionierte Krippenbauer. Die kleinste Krippe hat Martin Neblich gebaut. Die in einer Baumscheibe eingebetteten Figuren sind gerade einmal sechs Zentimeter hoch. „Eigentlich wollte ich die Baumscheibe nicht verwenden, weil sie oben einen Riss hat. Aber mein Sohn Florian fand gerade den Riss für den Stern sehr passend“, erzählt der Marktrodacher.

Ungewöhnliche Exponate

Die außergewöhnlichste Krippe ist eine Industriekrippe, die von Alexander Jakob aus Teilen von unterschiedlichen Automobilherstellern zusammengestellt wurde. Gezeigt wird auch eine Leihgabe der Pfarrei Kronach aus dem Nachlass von Pfarrer Hübner. Den aufgestellten Christbaum hatten Kinder vom Rosenberg-Kindergarten mit selbst hergestellten Weihnachtsbasteleien geschmückt.

Die Ausstellung ist an den Advents-Samstagen und Sonntagen jeweils nachmittags geöffnet.

Mehr Bilder unter www.np-coburg.de

 

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