St. Georg Friesen Ein leuchtendes Zeichen des Glaubens

Heike Schülein

Die Pfarrei St. Georg Friesen feierte Jubiläums-Kirchweih. Beim Festgottesdienst wurde auch das neue Glaskreuz im Altarraum gesegnet.

Es war ein erhabener Moment: Ein Raunen ging am Sonntagvormittag durch das Gotteshaus in Friesen, als das neue Glaskreuz – nach der Segnung durch Erzbischof Ludwig Schick – durch seine Beleuchtung erstmals in voller Pracht erstrahlt. Flankiert auf der rechten Seite von dem von Sonnenlicht durchdrungenen Buntglasfenster, fügt sich das Werk sowohl farblich als auch vom Material her stimmig in die Rückwand des Altares ein. Geschaffen wurde es in changierenden Rot-, Gelb-, Grün- und Blautönen vom Bamberger Glaskünstler Johannes Schreiber, der auch am Festgottesdienst in der Kirche St. Georg teilnahm.

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Klares Gesamtkonzept

Das Gotteshaus war 1971/72 nach Plänen des Architekten Joseph Wicklein erbaut worden, weil die alte Kirche zu klein geworden war. Die künstlerische Ausgestaltung lag in den Händen von Horst Böhm, Lothar Stiller sowie Heinrich Schreiber, der Vater von Johannes Schreiber. Sie basiert auf einem klaren künstlerischen und theologischen Gesamtkonzept: Den Altarraum dominiert die Rückwand der Kirche; diese wird durch den Torbogen, der die neue Kirche mit dem erhaltenen Turm des alten Gotteshauses verbindet, und das Buntglasfenster aufgebrochen. Auf eine große, dominierende Kreuz-Darstellung an der Rückwand wurde im Hinblick auf das alttestamentliche Bilderverbot verzichtet. So richtig anfreunden konnten sich die Gläubigen jedoch nie mit dieser Leere. Deshalb brachte man dort ein Missionskreuz an, das aber nicht dem Stil des Gotteshauses entsprach.

Das diesjährige 50. Weihejubiläum nahmen Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung zum Anlass, nach einer stimmigen Lösung zu suchen. Vor einem Jahr wurde ein Ausschuss gegründet, in dem jeder Interessierte mitarbeiten konnte. Die Mitglieder sprachen über verschiedene Ideen und entschieden sich am Ende für ein Kreuz aus Glas. Damit wird ein bereits im Kirchenraum vorhandenes Material verwendet, das unter anderem in dem von Horst Böhm geschaffenen Buntglasfenster vorkommt.

Das neue Kreuz misst etwa 3,40 mal 2,20 St. Georg Friesen Meter und ist damit deutlich größer als das bislang angebrachte Exemplar. Es besteht aus zehn Glasplatten. Montiert auf einem Metallrahmen, wurden diese im Knick der Rückwand aufgehängt.

Es wirkt auch ohne Zusatzbeleuchtung

Der Rahmen ist innen mit umlaufenden LED-Leisten versehen, mit denen das Kreuz von hinten beleuchtet werden kann. Mit einem Dimmer kann die Lichtstärke variiert werden. Zudem wurde der Rahmen innen weiß gestrichen, wodurch die Glasplatten auch ohne zusätzliche Beleuchtung wirken und das Kreuz im Altarraum gut zu erkennen ist. Die farbigen Streifen der Glasplatten wurden auf eine durchsichtige Trägerplatte aus Glas aufgeschmolzen und greifen die Farbverläufe aus dem Fenster auf.

„Das Kreuz ist unser Markenzeichen“, betonte der Bamberger Oberhirte Ludwig Schick , der den Festgottesdienst gemeinsam mit Pfarrer Sven Raube, Pastoralreferent Matthias Simon und Monsignore Edgar Hagel zelebrierte. Hagel hatte vor 50 Jahren ein Praktikum in der Pfarrei absolviert und tatkräftig an der Schaffung der Kirche mitgearbeitet. In seiner Predigt rief Schick angesichts der bedrohlichen Krisen in aller Welt zu Zuversicht, Bescheidenheit und einer neuen Lebenseinstellung auf: „Nur wer an die Zukunft glaubt, hat Zukunft“, so seine Überzeugung. Das Eingeständnis von Fehlern, Versagen und Schuld sowie das Verzeihen mit der Möglichkeit des Neubeginns seien unabdingbare Voraussetzung für die Zukunft.

Zukunftsunfähig

„Indem wir uns für die großen Zampanos ausgeben, die alles können und wissen und nie Fehler machen, werden wir zukunftsunfähig“, mahnte er. Die Kirche sei dazu da, diese christlichen Einstellungen und Werte immer wieder vor Augen zu führen. „Gott will uns Zukunft schaffen. Er will unsere Zukunft“, betonte Schick und appellierte an die Gläubigen, das Jubiläum in Friesen zum Anlass zu nehmen, dankbar zu sein für die Kirche als Gebäude und Gemeinschaft der Glaubenden. Glückwünsche an die Kirchengemeinde kamen auch von Kronachs Bürgermeisterin Angela Hofmann sowie vom 2. Bürgermeister der Gemeinde Wilhelmsthal, Gerhard Eidelloth.

Das Kreuz mit dem Kreuz

„Das Kreuz mit dem Kreuz“ verdeutlichte Kirchenverwaltungsmitglied Josef Geiger, als er auf die Hintergründe für die Auftragsvergabe einging. Die Diskussionen seien in den vergangenen Jahren 20 Jahren, seit dem Aufhängen des restaurierten Missionskreuzes, nie wirklich abgerissen – wohl auch deshalb, weil man damals die Bevölkerung beziehungsweise den Pfarrgemeinderat unverständlicherweise nicht einbezogen habe. In Zusammenarbeit mit Johannes Schreiber habe man im Ausschuss nun ein Kreuz konzipiert, das zum Stil der Kirche passe, wobei sich insbesondere auch Pfarrgemeinderat Stefan Angles sehr eingebracht habe.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor, den St.-Georgs-Bläsern Friesen sowie Anneliese Doppel an der Orgel. Voraus ging eine Kirchenparade, die vom örtlichen Musikverein angeführt wurde. Dieser spielte auch beim Festausklang auf dem Kirchenvorplatz auf.

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