St. Pankratius Großes Patronatsfest in Steinberg

Heike Schülein

Am Sonntag, 11. Mai, wird in der Pfarrgemeinde Steinberg das Patrozinium St. Pankratius gefeiert, das wieder mit dem Muttertag zusammenfällt.

Als markantester Dorfpunkt bietet der hoch aufragende Schlossberg mit den beiden ehrwürdigen Kirchen einen unvergleichlichen Anblick Foto: Heike Schühlein

Steinberg wurde erstmals in einem „Verstiefterbrief” um das Jahr 1150 erwähnt. Das älteste Gebäude in Steinberg ist die alte Pfarrkirche auf dem Schlossberg. Das Kreuzgewölbe im Souterrain und die unterirdischen Gänge sind Überreste der alten Burg, die vor der Jahrtausendwende zusammen mit der Festung Kronach entstanden ist. 1422 wird die Schlosskapelle St. Pankratius nach Kronach eingepfarrt. Es ist dies die früheste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Steinberg.

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Unter Leitung von Pfarrer Karl Mayer wurde 1912 mit dem Bau der neuen Pfarrkirche begonnen. Aufgrund des Bevölkerungszuwachses reichten die Raumverhältnisse der Schlosskirche nicht mehr aus. Durch den Anbau eines Chores an die bisherige Kirche wollte man der Raumnot abhelfen. Die Baubehörde genehmigte jedoch diesen Plan nicht. Auch der Abriss der alten Kirche mit Neuerrichtung an gleicher Stelle wurde nicht zugelassen, weil die alte Kirche unter Denkmalschutz stand. Erst der Entwurf eines Neubaus im damaligen „Pfarrgarten“ fand Zustimmung. Am 11. August 1913 feierte die Pfarrgemeinde die Einweihung ihrer neuen Pfarrkirche.

Vierjährige Renovierung

2000 bis 2004 erfolgte die Renovierung von Alt Pankratius, bevor sie am 12. September 2004 durch Regionaldekan Günter Hübner wieder eingeweiht wurde. Besonders an Alt Pankratius ist die Tatsache, dass das 2. Vatikanische Konzil spurlos an ihr vorbei gegangen ist. Weil kein Gottesdienst mehr darin gefeiert wurde, blieben Eingriffe im Innenraum völlig aus.

Beide Kirchen sind dem Heiligen Pankratius - einem römischen Märtyrer der frühen christlichen Kirche (geboren um 290 in Phrygien; gestorben um 304 in Rom) - geweiht. Vielen Sagen und Mythen reihen sich um Pankratius, der als kaum Vierzehnjähriger den Märtyrertod in Rom erlitten haben soll. Der Heilige gilt aufgrund seiner jugendlichen Unschuld als Patron der Erstkommunikanten und Kinder. Sein bedeutendstes Patronat aber ist das der Ritter und des Adels. Deshalb wird er oft in vornehmer Kleidung oder Ritterrüstung, mit Schwert und Märtyrerkrone dargestellt.

Der vom Musikverein Steinberg festlich umrahmte Gottesdienst zum Patronatsfest beginnt um 8.45 Uhr. Zelebriert wird er von Domkapitular Albert Müller.

Bestens gerüstet für das Patronatsfest sind insbesondere die örtlichen Gaststätten mit dem traditionellen Speisenangebot.