Stadt Coburg offiziell Eigentümerin Was wird jetzt aus dem Kaufhof?

Die Stadt Coburg meldet Vollzug, die markante Problemimmobilie ist gekauft. Damit spart sie sich den Bau eines zwölf Millionen Euro teuren Gebäudes – muss aber auch weiter suchen.

Dietmar Schloz, Vertreter der Eigentümerin des Kaufhof-Gebäudes, übergibt symbolisch den Schlüssel an Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (rechts). Foto: Stadt Coburg

„Alle Formalitäten wurden erledigt und der Kaufpreis wurde an den ehemaligen Eigentümer überwiesen.“ So beginnt eine Pressemitteilung der Stadt, die am Montagfrüh aus dem Rathaus versendet worden ist. Und weiter: „Der Haustürschlüssel wurde symbolisch an OB Dominik Sauerteig übergeben“.

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Die Stadt Coburg kann demnach nun über das Gebäude verfügen und Planungen für die Zukunft des Gebäudes in Gang bringen. Als erstes ist eine umfassende Bestandsaufnahme vorgesehen: „Es gab zwar schon erste Besichtigungen der Immobilie durch städtische Fachleute, aber nun beginnt die Prüfung auf Herz und Nieren“.

Hierbei sollen zuallererst grundlegende Fragen geklärt werden: Wie schnell kann das Gebäude vermietet oder bezogen werden. In welchem Zustand genau sind die technischen Anlagen und der Brandschutz?

Wie bereits berichtet, soll im Kaufhof-Erdgeschoss ein „Ankermieter“ untergebracht werden: Es werde noch nach einem für die Innenstadt wertvollen Geschäft gesucht. In trockenen Tüchern sei aber noch nichts, wie es klingt – heißt es doch: „Erste Gespräche mit einem großen Sportartikelhersteller und -händler sind bereits geführt, Vertreter des Unternehmens haben sich die Immobilie inzwischen auch schon angesehen.“

Stadtarchiv im ersten Stock

Ein solcher Händler würde die Kundenfrequenz in der gesamten Mohrenstraße wieder deutlich erhöhen, hofft die Stadt. Ziel sei es, den Verkaufsraum für den Ankermieter so bald wie möglich bereitzustellen, um die Innenstadt zu stärken und auch Einnahmen zu erhalten. „Denn die Stadt muss mit den Ausgaben für Kauf und Umbau wirtschaftlich arbeiten. Das sieht das Gesetz vor.“

Im ersten Stock soll das Stadtarchiv untergebracht werden, das aus Platzgründen aus der Steingasse ausziehen muss. „Archiv ist eine Pflichtaufgabe jeder Kommune“, wird betont. Die zwölf Millionen Euro für den geplanten Neubau könne man nun teilweise in Kauf und Sanierung des Kaufhofs investieren. Im zweiten Stock wird die vergrößerte Stadtbücherei mit der „Bücherei der Dinge“ und Café unterkommen.

Die weiteren Schritte? Nun müsse geklärt werden, wie viel Fläche genau möglicher Händler, Stadtarchiv und Stadtbücherei benötigen. Der Rest der Fläche ist frei für weitere Nutzungen. Abschließend fragt die Stadt: „Hier sollen die Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden: Was hätten sie gerne im Gebäude?“