Stadtrat Coburg Halbe Million für Solarenergie

Eine kompakte Solaranlage hängt an einem Balkon – Symbolbild. Foto: /Jörg Sutter/dpa

Coburgs höchstes politisches Gremium hat Maßnahmen zum Ausbau erneuerbarer Energien beschlossen. Für Gewinnung und Speicherung wird es Geld geben.

Es soll ein großer Schritt zu mehr Klimaschutz in Coburg sein, durch möglichst viel Eigeninitiative der Bürger und Geld aus der Stadtkasse. Bis zu einer halben Million Euro möchte die Stadt für Energieberatung, Förderung erneuerbarer Energien und für deren Speicherung im kommenden Jahr ausgeben. Das haben die Mitglieder des Stadtrats mit großer Mehrheit während ihrer jüngsten Sitzung am Donnerstag beschlossen.

Damit setzt das Gremium jeweils einen gemeinsamen Antrag der Grünen und Pro Coburg aus dem April sowie einen vergleichbaren Vorstoß der SPD aus dem September um. Die Stadträte haben Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) nun dazu ermächtigt, in der Gesellschafterversammlung der „Stadt und Land aktiv GmbH“ den Ausbau der Angebote zur kostenfreien Bürgerenergieberatung zu beantragen. Bis zu 4000 Euro möchte man der Gesellschaft dafür zur Verfügung stellen. Zudem soll sich Sauerteig laut Antrag dafür einsetzen, dass die Gesellschaft ein Online-Portal mit unter anderem aktuellen Informationen zu Förderungen, qualifizierten Energieberatern und einer Liste von Handwerkern einrichtet, um Sanierungsmaßnahmen zu optimieren. Bis zu 7500 Euro möchte man sich das kosten lassen.

Bis zu 45 Prozent der Kosten

Das meiste Geld, bis zu eine halbe Million Euro, soll laut Stadtratsbeschluss für eine Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien in der Vestestadt ausgeben werden. Deshalb sollen die Mitarbeiter der Verwaltung bis Ende des Jahres eine Richtlinie erarbeiten, anhand derer künftig private Maßnahmen zur Gewinnung von Strom aus nicht rentablen Anlagen wie Fassaden-Panels und Balkonsolareinrichtungen sowie dessen Speicherung finanziell unterstützt werden.

Im einzelnen umfasst die Vorgabe eine Pauschale von 150 Euro pro Haushalt für Balkonsolaranlagen, die Planungs- und Projektierungskosten von Solarpanels an Fassaden soll die Stadt mit bis zu 45 Prozent der Kosten übernehmen. Batteriespeicher privater Haushalte möchte man ebenfalls finanziell unterstützen. 250 Euro sind einmalig für Haushalte vorgesehen, die planen, durch den Speicher mittels einer sogenannten Wallbox Elektroautos zu laden. Die Fördergelder werden je nach Eingang der Anträge solange verteilt bis sie ausgeschöpft sind.

Reichlich Gebrauch

Während die meisten Vorschläge des gemeinsamen Antrags der Grünen und von Pro Coburg umgesetzt werden, verzichtete man auf deren Vorschlag einen Fonds zur Förderung von Fotovoltaikanlagen einzurichten. Laut Wolfram Haupt (Grüne) sprechen rechtliche Bedenken gegen den Vorstoß. „Ich hoffe, dass davon reichlich Gebrauch gemacht wird“, sagte Thomas Apfel (Pro Coburg) über die neue Förderung. Wolfgang Weiß (Grüne) sprach sich dafür aus, zu beobachten, in welchem Maß die Gelder beantragt werden und diese anhand der Ergebnisse künftig anzupassen. Aufgrund der verwinkelten Bauverhältnisse in der Innenstadt sei die Unterstützung von Solaranlagen an Hauswänden passend für die Bebauung im Stadtzentrum. Gerhard Amend (CSB) verwies wegen der Kosten für die Förderung darauf, dass angesichts der aktuellen Krisen zusätzliche Ausgaben auf die Stadtverwaltung zukommen könnten.

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