Stadtrat Kronach Streit um Sonnenstrom auf der Wiese

Nördlich von Fischbach soll ein Solarpark entstehen. Foto: picture alliance/dpa/Christophe Gateau

Nördlich von Fischbach soll ein Solarpark entstehen. Die Mehrzahl der Kronacher Stadträte haben sich auch in der jüngsten Sitzung des Gremiums für das Projekt ausgesprochen.

Mit lediglich je drei Gegenstimmen beschloss der Kronacher Stadtrat am vergangenen Montag zwei Anträge, die sich mit der „Fotovoltaik-Anlage Fischbach“ auseinandersetzten. Den Bebauungsplan für den Solarpark zwischen Höfles und Fischbach hatte der Stadtrat bereits Ende März beschlossen. Thema waren diesmal Änderungen des Flächennutzungsplans und die Billigung des Planungsentwurfs. Als Grund für ihre Stimme gegen die Anlage erklärte CSU-Stadträtin Claudia Wellach, dass sie nichts gegen Solarpaneele auf Dächern oder als Zweitnutzung von Supermarktparkplätzen habe – Freiflächensolaranlagen würden sie jedoch nicht überzeugen. Ähnlich argumentierte auch Bernd Liebhardt – ebenfalls CSU-Stadtrat. Grundsätzlich seien Dachanlagen in seinen Augen weitaus wünschenswerter, er stimme aber dennoch für die Anlage.

„Ich war anfänglich auch skeptisch gegenüber dem Projekt“, erklärte Peter Witton, Stadtrat der Grünen. Dann habe er sich jedoch näher mit dem Thema auseinandergesetzt und sei umgestimmt worden. Einerseits habe er die Gelegenheit genutzt und mit einem Schäfer gesprochen, dessen Tiere derartige Flächen beweideten. Andererseits habe er sich persönlich davon überzeugt, welche ökologische Vielfalt durch den Schatten der Paneele mitunter gefördert werde. Außerdem dürfe man auch die energiewirtschaftlichen Gesichtspunkte nicht außer Acht lassen. „Rechnen wir alle freien Dachflächen in ganz Kronach zusammen, die derzeit für Solarstrom infrage kämen, würden wir etwa 13 Hektar Fläche erhalten“, berichtete er. Um dies zu erreichen, müsste jedoch jedes Dachkraftwerk einzeln aufwendig an das Stromnetz angeschlossen werden. Im Gegensatz hierzu sei der bauliche Aufwand einer Freiflächenanlage mit vergleichbarer Leistung deutlich niedriger und wirtschaftlicher für Betreiber.

Eine ähnliche Argumentation vertrat auch Ralf Völkl, SPD-Fraktionsvorsitzender. „Der Vorteil von Flächenanlagen ist, dass sie schnell aufgebaut werden können und den Boden, auf dem sie stehen, nicht belasten“, erläuterte er. Außerdem könne man sie binnen kürzester Zeit ohne großen Aufwand auch wieder demontieren. Folglich sei es kein Problem, eine derartige Anlage als Zwischenlösung errichten zu lassen, bis eine ausreichende Zahl Dachflächensolaranlagen gebaut sei – oder bis gar andere neuartige Energieträger oder Technologien zur Stromgewinnung bereitstünden.

Auch Bürgermeisterin Angela Hofmann äußerte sich zu dem Projekt. Ihren Worten nach verfüge das Areal, auf dem die Anlagen platziert werden sollen, über einen ausgesprochen mageren Boden. Dieser eigne sich kaum für eine landwirtschaftliche Nutzung. Außerdem stünden vor Ort bereits Hochspannungsleitungen.

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