Stadtrat zu Coburg Grüne fordern kostenlose Periodenprodukte

In einem Stadtratsantrag fordern die Grünen kostenfreie Hygieneprodukte. Sie sollen an drei Standorten in der Coburger Innenstadt zur Verfügung gestellt werden.

Die kostenlosen Hygieneprodukte sollen mit Spenden und durch Veranstaltungen sowie den städtischen Haushalt finanziert werden. Foto: picture alliance/dpa (Symbolbild)

Hygieneprodukte, wie Tampons, Binden und Slipeinlagen, sollen in Coburg an drei festen Standorten kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Das fordert zumindest die Stadtratsfraktion der Grünen in einem Antrag vom 13. Januar. In einem hierfür recycelten Automaten sollen die Produkte zugänglich gemacht werden. Als Standorte „schlagen wir hierfür die Stadtbücherei, das Bürgerbüro und das Ämtergebäude vor“, heißt es darin weiter.

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Laut der gemeinnützigen Organisation „Plan International“ leiden auch in Deutschland viele weibliche Personen an der sogenannten Periodenarmut. Demnach gaben 23 Prozent der befragten Mädchen und Frauen an, dass sie die monatlichen Ausgaben für die Periode finanziell belasten. 15 Prozent versuchen demzufolge, das Wechseln von Tampons, Binden und Slipeinlagen bewusst hinaus zu zögern, obwohl sie im schlimmsten Fall damit eine Infektion riskieren.

„Echtes Gesundheitsrisiko für weibliche Personen“

Im Antrag heißt es weiter: „Der Mangel an kostenfreien Hygieneprodukten stellt demnach nicht nur eine Stigmatisierung, sondern ein echtes Gesundheitsrisiko für weibliche Personen dar.“ Frauen und Mädchen würden aufgrund ihres Geschlechtes und den damit verbundenen Besonderheiten, wie Menstruation, Schwangerschaft sowie Geburt, gegenüber männlichen Personen deutlich mehr belastet – nicht nur gesundheitlich und körperlich sondern auch finanziell.

„Die Stadt Coburg kann dieses Ungleichgewicht mit einer kleinen Geste mit großer Wirkung zumindest ein wenig ausgleichen“, sind die Antrags-Unterzeichner Melanie Becker und Kevin Klüglein überzeugt. Die Automaten an den drei Standorten seien gut erreichbar und zudem betreut, weshalb Vandalismus ausgeschlossen und für Nachschub stets gesorgt werden könne. Die kostenfreien Hygieneprodukte sollen über Spenden als auch Veranstaltungen und den städtischen Haushalt finanziert werden.