Stadtsanierung Coburg Experten zeigen die schönsten Orte

Wolfgang Desombre

Bürger konnten sich während einer Rundfahrt durch die Vestestadt einen Eindruck davon verschaffen, welche Plätze saniert wurden. Sie erfuhren auch, wo durch Coburgs Innenstadt bald Wasser fließen soll.

Coburg hat wunderschöne Promenaden und Plätze, die zum Erholen, Genießen und Flanieren einladen. Die Wohnbau als Sanierungsträger der Stadt Coburg hatte das Thema „Promenaden und Plätze“ am Samstag während einer Entdeckungstour im „Flanier-Express“in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt.

Am Samstag hatte sich die Elektro-Bahn in der Coburger Innenstadt in Bewegung gesetzt und als „Flanier-Express“ in zwei erlebnisreichen Sonderfahrten (Dauer jeweils rund 90 Minuten) Coburgs schönste Promenaden und Plätze angesteuert. Mit an Bord waren neben Bernhard Ledermann, Leiter des Grünflächenamts, und Reiner Wessels, Leiter der Sanierungsabteilung Wohnbau Stadt Coburg, sowie Sandro Schaffner, Landschaftsarchitekt und geschäftsführender Gesellschafter RSP Freiraum GmbH Landschaftsarchitektur, Dresden, auch viele Coburger und Coburgerinnen.

Im Winter in der Orangerie

Vom Gemüsemarkt, der einst ein Wirtschaftshof ohne Baumbestand war und wo sich später eine Tankstelle befand, startete die Exkursion rund um die Kernstadt. Dieser Platz war von der Nutzung geprägt und wird heute als Parkplatz genutzt. Wohnbau-Geschäftsführer Christian Meyer könnte sich hier durchaus eine andere Nutzung des Platzes direkt neben dem Prinzengarten vorstellen. Parkraum müsste dann auch für die künftigen Bewohner der Steinwegvorstadt an anderer Stelle geschaffen werden.

Bis etwa 1900 sei das Rondell auf dem Schlossplatz von Zitrusbäumen in Kübeln bestückt gewesen, erinnerte Bernhard Ledermann. Diese Kübel seien in der Orangerie in den Wintermonaten gelagert worden. Da dieser Aufwand zu groß gewesen sei, wurden Bäume angepflanzt.

Der Salvatorfriedhof in der Ketschenvorstadt spielt heute keine Rolle als Begräbnisstätte mehr. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Friedhof am Glockenberg gegründet, das der Platz vor der Morizkirche einfach zu klein gewesen war, berichtete Ledermann.

Umtrunk an Hotel

Der Albertsplatz wurde in den vergangenen Jahren aufwendig nach städtebaulichen zeitgemäßen Vorgaben gestaltet. Andere, wie etwa der Ernstplatz, befinden sich mitten im Prozess der Umgestaltung. Die Wohnbau Stadt Coburg setzt gemeinsam mit der Stadt Coburg seit Jahren neue Impulse in Hinblick auf wichtige Zukunftsthemen wie „Stadtgrün“, Klimaneutralität und Innenstadtentwicklung, um den Bürgern und Bürgerinnen eine hohe Lebensqualität bieten zu können.

Einzelne Wege der Tour wurden zu Fuß erkundet, um geschichtliche Hintergründe, Veränderungen sowie Entwicklungen in den Sanierungsgebieten von den Referenten direkt vor Ort zu erhalten. Am Garten des Hotels Victoria in der Ketschendorfer Straße gab es eine Verweilpause mit kleinem Umtrunk sowie wissenswerten Informationen zum Sanierungsgebiet „Ketschenvorstadt“ von Sandro Schaffner.

Wasser im Lohgraben

Im Lohgraben – dem Ziel der Tour – wartete ein „Platzfest“ mit Musik, Getränken und Imbiss auf Besucher. Der Erlös des karitativen Flohmarktes kommt der der Ukraine zugute. Hier gab es aber auch die Möglichkeit sich über laufende Sanierungsmaßnahmen zu informieren. Als Experte beantwortete Jan Grimmek, Landschaftsarchitekt und Gesellschafter A24 Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin, Fragen der interessierten Mitfahrer. Das ehemalige Gebäude der Metzgerei Schlick und das Nebengebäude werden abgerissen. Die Vordergebäude zum Steinweg hingegen werden erhalten und es werden Wohnungen hier entstehen. Die alten Gerberhäuser, so Grimmek, hätten durch die Pflasterung ein Drittel ihres unteren Geschosses verloren, was mit der Neugestaltung wieder behoben werden soll. „Wasser wird im Lohgraben wieder erlebbar sein“.

 

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