Stadtteil Coburg Keine Spur von neuen Nachbarn

Wolfgang Desombre
Auf diesem Grundstück sind zehn Doppelhaushälften geplant. Ob sie gebaut werden, ist derzeit ungewiss. Foto: Wolfgang Desombre

Eigentlich sollte in der Lützelbucher Straße Wohnraum für Familien entstehen. Doch wie in der Bürgerversammlung zu erfahren war, ging der Investor pleite. Und das Grundstück wechselte den Besitzer.

Der Bürgerverein Lützelbuch hatte am Dienstagabend in die Rolf-Forkel-Halle zur ersten Bürgerversammlung mit Oberbürgermeister Dominik Sauerteig eingeladen. 90 Minuten standen dieser und seine Amtsleiter dann auch den vielen Bürgern Rede und Antwort. Das Stadtoberhaupt ging zunächst auf die Energiekrise und die Maßnahmen der Stadt ein. Demnach beschäftige sich ein Krisenstab derzeit mit der Errichtung von Wärmestuben. Die SÜC, so Sauerteig, plane zudem den Bau eines regenerativen Energieparks.

Des Weiteren zeigte er sich sicher, dass durch den Neubau des Klinikums auf dem ehemaligen BGS-Gelände, der von Bund und Land mit 75 Prozent der Kosten gefördert werde, die medizinische Versorgung der Bevölkerung deutlich verbessert werden könne. Für die Stadt und den Landkreis Coburg bedeute es aber auch einen nicht unerheblichen Kraftakt, die restlichen 25 Prozent zu finanzieren. Bis zur Fertigstellung des neuen Klinikums seien für die Stadt und den Landkreis immerhin noch 15 Millionen Euro für den Bauunterhalt des Klinikums in der Ketschendorfer Straße zu stemmen. „Wir wollen die kommunale Trägerschaft für die neue Klinik erhalten“, versichert er.

Einschränkungen für Anwohner

Der Glasfaserausbau in Seidmannsdorf, Lützelbuch und Rögen sei nach Worten von Gerald Kastner, Hauptabteilungsleiter Informationstechnik/Glasfaser bei der SÜC GmbH, vorangeschritten. Ziel sei, jedes Gebäude mit einem Zugang zu schnellem Internet zu versorgen. Zwei Firmen würden demnach im Oktober mit den Baumaßnahmen beginnen, zum Ende sollen in Lützelbuch weitere 240 Gebäude an das Glasfasernetz angeschlossen sein. Ein weiterer Verteiler werde vermutlich in der Nähe der Gaststätte „Fink“ noch errichtet. Wie er informierte, würden die Bauarbeiten jedoch nicht ohne Einschränkungen für die Anwohner ablaufen. Umleitungen der Busstrecken sowie Einschränkungen bei den Zufahrten für Anlieger sollen jedoch moderat gehalten werden. Für Hausbesitzer entstünden keine Kosten und der Anschluss werde vom Versorger SÜC-Dacor zur Verfügung gestellt. Jeder Marktteilnehmer wie Telekom oder Vodafone könne dann auch dieses Netzes nutzen, machte Hauptabteilungsleiter Kastner deutlich.

Die Hausarztversorgung sei „Chefsache“, betonte dann Louay Yassin, Pressesprecher der Stadt. Während im Landkreis rund 20 Praxen fehlen würden, stünde die Stadt Coburg bei der ärztlichen Versorgung an sich gar nicht so schlecht da. Allein im Jahr 2021 hätten sich hier drei neue Hausärzte und im Jahr 2022 eine Kieferorthopädin niedergelassen. Dennoch arbeite die Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit Hochdruck daran, weitere geeignete Räume zu finden, die sich für eine Arztpraxis eignen. Im Stadtgebiet seien bereits zwischen 20 und 25 Immobilien ausfindig gemacht worden; auch im Stadtteil Lützelbuch habe man ein Objekt ins Auge gefasst, so Yassin. „Wir wollen Ärzte in die Stadtteile bringen“, teilte er dazu mit.

Ungewissheit in Lützelbucher Straße

Eine barrierefreie Umgestaltung der Bushaltestelle bei der Bäckerei Weber sei nur durch einen Grunderwerb möglich, berichtete im Anschluss Karl Baier, Leiter des Stadtplanungsamtes. Trotz intensiver Bemühungen seitens der Stadt Coburg könne dieser nicht realisiert werden.

Im Vorfeld der Bürgerversammlung hatte es noch eine Stadtteilbegehung gegeben. Dabei wurde unter anderem die Parksituation in der Weiherstraße beim Laurentiushaus kritisiert. OB Sauerteig appellierte hier an die Vernunft der Anwohner, nicht die Beschäftigtenparkplätze zu benutzen. Thema waren auch einmal mehr die Raser, vor allem in der Oberfüllbacher Straße. Wie der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes, Volker Backert, ausführte, soll die Geschwindigkeitsmessanlage die Autofahrer bremsen. In diesem Zusammenhang kritisierten Bürger dann die Lage der Anlage kurz vor der Kreuzung Haaresgrund/Oberfüllbacher Straße. Sie forderten, sie noch vor die dortige Bushaltestelle zu verlegen.

„Die Straße ‚Am Achatfelsen’ gehört ausgebaut“, forderte des Weiteren Karl Baier. Derzeit wird diese Maßnahme bereits seitens des Stadtplanungsamtes ins Auge gefasst; letztendlich entscheide die Politik über diesen Ausbau, der von Rögener Bürgern kritisch gesehen werde. Keine Lösung sieht Baier für eine Verbreiterung der Straße Haaresgrund/Hofleite. Das Rückhaltebecken habe der CEB immer im Blick, bei Bedarf werde es auch ausgebaggert, versicherte Gerhard Knoch. Wie es mit dem Bauvorhaben Lützelbucher Straße 6 weitergeht, ist indes ungewiss. Wie Baier erläuterte, habe die Stadt zwar bereits den Antrag auf Abbruch und Errichtung von zehn Doppelhaushälften genehmigt, zwischenzeitlich sei aber der Investor insolvent gegangen und das Grundstück habe nun wieder einen neuen Eigentümer. „Wir wissen nicht, was der Besitzer nun plant“, so Baier. Die erteilte Baugenehmigung sei aber weiterhin gültig.

Keine Verpflichtung zur Beleuchtung

Der Schallschutz an der A 73 und ICE-Strecke sei keine Aufgabe der Stadt Coburg, stellte Monika Gagel, Leiterin des Amtes für Bauverwaltung und des Umweltamtes, heraus. Die von der Lärmschutzverordnung festgelegten Werte würden eingehalten.

Seitens des Straßen- und Wegegesetzes gibt es keine Verpflichtung zur Beleuchtung von Radwegen, betonte dann noch CEB-Abteilungsleiter Gerhard Knoch. Für den Radweg von Seidmannsdorf nach Lützelbuch und auch von Lützelbuch nach Neu- und Neershof würden dennoch Möglichkeiten für eine Solarbeleuchtung und eine leitungsgebundene Anlage geprüft.

 

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