Staffelberg Sichtbares vom Keltentor

Martin Fleischmann

Die einstigen Bewohner des Staffelbergs sicherten ihre Siedlung mit mächtigen Toren. Massive Holzbalken an der ursprünglichen Stelle dokumentieren jetzt die Dimension. Aber der Landkreis Lichtenfels will das keltische Erbe auch noch anders sichtbar machen.

Die Holzpfosten dokumentieren es: Unterhalb des Staffelbergplateaus hatten die Kelten ein mächtige Tor errichtet, um Eindringlinge fernzuhalten. Foto: M. Fleischmann

Das mächtige Zangentor, mit dem die Kelten am Staffelberg Eindringlinge von ihre Siedlung fernhielten, ist jetzt im Ansatz sichtbar. Gut 40 massive Holzbalken stehen an der ursprünglichen Stelle und zeigen, in welchen Dimensionen die Kelten schon vor gut 2000 Jahren bauten. Ursprünglich war geplant gewesen, das Zangentor, entlang der Befestigungsmauer gab es wohl insgesamt vier davon, komplett nachzubauen. Aber bei den Ausgrabungen stellte sich heraus, dass das Tor wesentlich massiver war, als vermutet: Inklusive Dach über zwölf Meter hoch und sieben Meter breit. Eine Rekonstruktion würde einen siebenstelligen Betrag kosten – zu teuer, befand der Landkreis Lichtenfels (die NP berichtete).

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Um die Dimension der Anlage sichtbar zu machen und gleichzeitig eine Lagesicherung vorzunehmen, hat der Kreisbauhof in die ursprünglichen Löcher Eichenpfosten gesetzt, wie das Landratsamt Lichtenfels dazu mitteilte. Auch wenn die Dimensionen der Vierkantpfosten nicht die ursprünglichen Maße besitzen, lasse sich nun die Lage des Bauwerkes gut erkennen.

Auf dem Wanderweg

„Ich freu mich, dass der Wanderweg wieder in seinem ursprünglichen Verlauf zugänglich ist“, erklärte der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner bei einer Begehung der ehemaligen Grabungsstelle. Die Absicherung mache es jederzeit möglich, auf Grund der Befunde eine Rekonstruktion der Toranlage vorzunehmen. Ganz aufgegeben hat der Landkreis den Nachbau demnach nicht.

Bis es soweit ist, gibt es laut Landratsamt verschiedene didaktische Ansätze, die den Besuchern die eindrucksvolle Anlage zeigen. So sei eine App im Entstehen, die an mehreren Stationen das keltische Leben sichtbar macht und auch das Torgebäude virtuell erstehen lässt. Infotafeln und Andeutungen verschiedener Funde wie etwa den keltischen Fußabdruck oder die Kindergräber direkt vor der Mauer würden noch aufbereitet.

„Mir ist es wichtig, unser keltisches Erbe zu würdigen und sichtbar zu machen“ , begründete der Landrat das Engagement des Landkreises. Da sich nicht alles an der Grabungsstelle darstellen lässt, werde oberhalb von Romansthal ein Ausstellungsraum entstehen. Dort könnten Fundstücke, Filme und mehr gezeigt werden.