Eine wettbewerbsfähige heimische Stahlindustrie sei essenziell für industrielle Wertschöpfungsnetze, Wohlstand, Beschäftigung und eine grüne Transformation in Deutschland und Europa, heißt es in dem Aktionsplan. "Stahl ist als Werkstoff für die deutsche und europäische Industrie von großer Bedeutung." Es sei jetzt entscheidend, bei der Umsetzung der Maßnahmen schnell und sichtbar voranzukommen, so die Autoren. Sie fordern daher ein Sofortprogramm der Bundesregierung.
Bundesländer fordern "grüne Leitmärkte"
Die "Stahlallianz" genannten elf Bundesländer sprechen sich in dem Aktionsplan unter anderem für die Schaffung sogenannter grüner Leitmärkte aus. In ihnen soll mithilfe öffentlicher Aufträge die Nachfrage nach CO2-reduziertem Stahl gefördert werden.
Die Stahlindustrie stehe unter erheblichem Druck, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Gunnar Groebler. "Damit der Kessel nicht platzt, müssen jetzt die drei größten Schrauben festgezurrt werden: Etablierung von grünen Leitmärkten, Energiepreise im Zaum halten und einen wirksamen Schutz vor unfairem Wettbewerb schaffen."
IG Metall: Stahlbranche zentral für Wertschöpfung
"An der Stahlindustrie hängen zehntausende gut bezahlte, tariflich abgesicherte Arbeitsplätze", betonte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Kerner. Als Grundstoffindustrie sei die Stahlbranche darüber hinaus zentral für das Wertschöpfungsnetzwerk, das Deutschland als Industriestandort erfolgreich mache. "Das muss erhalten bleiben und in die CO2-neutrale Zukunft transformiert werden." Von den Unternehmen erwarte man, dass sie sich klar zum Industriestandort Deutschland bekennen und in die Zukunft der heimischen Standorte investierten.