Ostdeutschland hat nicht gleichgezogen
Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass die ostdeutschen Länder im Vergleich zu 1990 enorm aufgeholt haben - aber eben nicht gleichgezogen. So liegt die Produktivität in Ostdeutschland heute bei etwa 90 Prozent des Westniveaus, wie es im DIW-Bericht heißt. Wirtschaftlich erreichen die ostdeutschen Länder das Niveau finanzschwacher westdeutsche Länder wie etwa des Saarlands.
Die Trennlinie verlaufe also weniger zwischen Ost und West als zwischen finanzschwachen und finanzstarken Regionen sowie zwischen Stadt und Land, schließen die Wirtschaftsforscher. Schwierigkeiten sehen sie in der Demografie: Seit der Einheit haben die ostdeutschen Länder demnach zwei Millionen Menschen durch Abwanderung verloren.
Zukunftszentrum soll helfen
Kaiser sagte der dpa, um die Stimmung zwischen Ost und West zu verbessern, sei es wichtig, die Perspektive des anderen zu kennen und ins Gespräch zu kommen. Ein Ort dafür werde das Zukunftszentrum in Halle an der Saale. Das geplante Gebäude wird zwar sicher erst in einigen Jahren fertig. In provisorischen Räumen soll aber bereits Programm gemacht werden. "Das soll nächstes Jahr wirklich noch an Fahrt gewinnen", sagte Kaiser.