Steinbach am Wald Ein Nachbau, der die Neugier weckt

Veronika Schadeck
Sie freuen sich über die gelungene Nachbildung eines Bergwerkstollens. Dieser soll die Besucher des Freizeit- und Tourismuszentrum auf die Stockheimer Bergbaugeschichte aufmerksam machen. Mit im Bild: die Mitarbeiter des Bauhofs, die Bürgermeister Thomas Löffler und Rainer Detsch (Vierter und Sechster von links) sowie Günter Scheler und Gerwin Eidloth vom Förderverein Bergbaugeschichte. Foto: /Veronika Schadeck

Das Freizeit- und Tourismuszentrum ist um eine Attraktion reicher. Ein Stollen erinnert nun dort auch an die Stockheimer Bergbaugeschichte.

Steinbach am Wald - Das Freizeit- und Tourismuszentrum mit der angegliederten Rennsteighalle ist ein Schaufenster der Region. Nun ist es um einen Schatz reicher. Denn am Montagnachmittag wurde im Außenbereich offiziell ein „Bergwerkstollen“, der an die Stockheimer Bergbaugeschichte erinnert, seiner Bestimmung übergeben.

Insgesamt rund 500 Stunden verbrachten die Mitarbeiter des Steinbacher Bauhofs, Günter Scheler vom Förderverein Bergbaugeschichte Stockheim/Neuhaus und sein Vorsitzender Gerwin Eidloth damit, ein Stockheimer Wahrzeichen in der Rennsteiggemeinde zu etablieren. Im Inneren des Nachbaus ist ein originaler „Hunt“ zu sehen. Dabei handelt es sich um einen offenen, länglichen Kasten auf Rädern, der früher im Bergbau eingesetzt wurde.

Wie Günter Scheler bei der Einweihung erklärte, wurde in Stockheim das Steinkohlebergwerk im Jahre 1968 geschlossen. Mit diesem Tag sei nicht nur die 200-jährige Stockheimer Bergbaugeschichte zu Ende gegangen, auch s Gebäude, Werkzeuge, Maschinen und alte Utensilien, die zur Gewinnung der Steinkohle benötigt wurden, hätten ihre Bedeutung verloren. Viele dieser Gerätschaften seien damals verkauft worden. Umso dankbarer sei man, dass man den Hunt, der bis 1991 in Gehren im Einsatz war, nach Steinbach holen konnte.

Scheler zeigte sich zudem begeistert von der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Steinbacher Bauhofs. Wie er erklärte, wurde beim Bau des „Bergwerkstollen“ zuerst eine Holzkonstruktion gefertigt. Danach folgten Stempel (Stütze aus Holz zum Abstützen), Kappe (horizontal eingebauter Balken) und letztendlich die Teerpappe.

Kumpel, Kohle, Katastrophen

Alles wurde im Freien miteinander verschraubt und nach der Fertigstellung mit viel Kraft in die Grube hineingeschoben. Infotafeln vor dem „Bergwerkstollen“ machen zudem neugierig auf die Stockheimer Bergbaugeschichte. Sie geben Hinweise über die harte Arbeit der Kumpel, über Kohle und Katastrophen. Es wird daran erinnert, dass Stockheim jahrhundertelang das Zentrum des bayerischen Steinkohleabbaus war.

Mehr als 100 Millionen Zentner Kohle sind in den einzelnen Gruben bis zur endgültigen Schließung im März 1968 ans Tageslicht befördert worden. Ein Bild an der Hinterwand im Stollen gibt auch einen kleinen Einblick über den Berufsalltag der Kumpel.

„Was ihr hingestellt habt, sucht seinesgleichen!“, lobte Stockheims Bürgermeister Rainer Detsch dann auch die Mitarbeiter des Steinbacher Bauhofs, Günter Scheler und Gerwin Eidloth. Er wies darauf hin, dass derzeit viele Bürger ihren Urlaub in der heimischen Region verbringen und ihre Heimat neu entdecken würden. Er hoffe nun, dass der Stollen auch den ein oder anderen Rennsteigwanderer beziehungsweise Besucher des Freizeit- und Tourismuszentrums neugierig auf die Stockheimer Bergbaugeschichte mache und zum Bergbau-Magazin nach Stockheim führe, das seit wenigen Tagen wieder geöffnet sei.

Lob für Förderverein

Steinbachs Bürgermeister Thomas Löffler erklärte, dass es bei der Konzeption des neuen Freizeit- und Tourismuszentrum auch darum gehe, die Region darzustellen und auf Sehenswürdigkeiten in den umliegenden Gemeinden hinzuweisen. „Und da gehört neben Glas, Schiefer und Holz auch die Stockheimer Bergbaugeschichte dazu.“ Anerkennende Worte fand der Rathauschef zudem für den Förderverein Bergbaugeschichte Stockheim/Neuhaus, der mit seinem ehrenamtlichen Engagement die Geschichte nie in Vergessenheit geraten lasse.

 

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