Steinbach am Wald - Wenn Glas zerbricht, entstehen vor allen Dingen Scherben. Allerdings nicht nur: Es bilden sich auch sogenannte Feinfraktionen. Das sind Partikel mit einer Größe von weniger als zwei Millimetern, also eine Art Glas-Staub. Und die machen bei der Aufbereitung von Altglas Probleme, da sie von den Heißluftströmen in den Schmelzwannen in verschiedene Öffnungen geblasen werden und dort festschmelzen. "Das kann man sich vorstellen wie eine Halsschlagader, die nach und nach verkalkt - und irgendwann tut es einen Schlag", erklärte Wiegand-Glas-Geschäftsführer Nikolaus Wiegand bei einem Pressegespräch am gestrigen Dienstag in seinem Steinbacher Unternehmen. Genauso sei es mit den Maschinen. Deshalb werden die Feinfraktionen von der Glasindustrie nicht recycelt, sondern entsorgt - endgelagert, wie es so schön heißt. Doch damit will sich die Firma Wiegand-Glas nicht mehr zufriedengeben. Deshalb arbeitet sie an einem Verfahren, wie man die Feinfraktionen doch noch verwenden kann. Dafür hat der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold (SPD) gestern einen Förderbescheid über 1,3 Millionen Euro aus dem Umwelt-Innovationsprogramm des Bundesumweltministeriums an Nikolaus Wiegand übergeben.
Steinbach am Wald Wiegand will Altglas zu 100 Prozent recyceln
Julia Knauer 10.07.2018 - 19:00 Uhr