Steinberg - Der Kronacher Ortsverband der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat kürzlich im Gasthaus "Zum Frack" in Steinberg langjährige Mitglieder geehrt. Bezirksgeschäftsführerin Doris Stadelmeyer warf einen Blick zurück auf die Jahre, in denen die Jubilare der Gewerkschaft beigetreten waren. Gleichzeitig richtete sie ihr Augenmerk nach vorne. "Überall bestimmen die Populisten das Bild, denen es nur um Macht, Selbstdarstellung, ihren Reichtum und den ihrer Kumpanen geht", prangerte sie an. Dabei habe man schon ganz andere Herausforderungen gemeistert. Beispielsweise habe es nach dem Krieg in der britischen Zone geschätzt über 3,7 Millionen Flüchtlinge gegeben, in der amerikanische über zwei Millionen - und das in einem zerstörten Land, in dem die tägliche Essenszuteilung auf 900 Kalorien pro Tag beschränkt war. "Da relativiert sich manches, über das wir heute vielleicht klagen", verdeutlichte sie und appellierte an alle Gewerkschafter, hetzerischen Parolen entschieden entgegenzutreten. Beim ver.di-Bundeskongress in Leipzig habe man die Weichen für die nächsten vier Jahre gestellt. In erster Linie gehe es um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in Deutschland - Kernaufgabe von ver.di. Unter anderem sei gefordert worden, den Mindestlohn zügig auf mindestens zwölf Euro anzuheben, mit sachgrundlosen Befristungen Schluss zu machen und die Leiharbeit langfristig abzuschaffen, sagte Stadelmeyer. Außerdem müsse man sich dagegen wehren, dass die Digitalisierung auf den Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen werde, während sich global agierende Unternehmen den Gewinn der Digitalisierung allein in die Tasche steckten.