Steinberg Närrischer Auftakt in den Mai

Heike Schülein

Im Schrubberdorf gibt es ein neues Prinzenpaar. Ab sofort regieren Prinzessin Nina I. und Prinz Michael II. Die Vorfreude auf die kommende Session ist riesig.

„Ein weiteres Jahr ohne neues Prinzenpaar? Das geht nicht!“, dachte sich die unverdrossene Staaberche Narrenschaft und holte - wenn schon die komplette Faschings-Saison erneut wieder ausfallen musste – zumindest die Einführung ihrer neuen Regenten bei einer kleinen Fousanocht im Frühling nach. Ab Vorabend zum 1. Mai gab es dabei in der Kronachtalhalle ein munteres Stelldichein der Fousanochter – vom Elferrat mit Faschingspräsident Wolfgang Förtsch, Faschings-Kapo Herbert Agel und Vereinsgemeinschafts-Chef Alexander Öhring bis hin zur kleinen und großen Prinzengarde. Und auch das das närrische Fußvolk- war erfreulich zahlreich vertreten, als endlich die Nachfolger der in der ruhmvollen Geschichte der „Staaberche Fousanocht“ am längsten regierenden königlichen Hoheiten, Prinz Kevin I. und Prinzessin Isabell I., gekürt wurden.

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Bis zuletzt hatte über das 15. Prinzenpaar größte Geheimhaltung geherrscht. Als sich schließlich zu fortgeschrittener Stunde – geleitet von den Prinzengarden – die neuen Hoheiten ihren Weg zur Bühne bahnten, wurde das große Geheimnis gelüftet. Ab sofort wird Staaberch durch seine Tollität, weltweit Hartmetall in Spitzenqualität vertreibende, auf Festivals in der ersten Reihe zu Heavy Metal und Dire Straits abrockende, in Lostplaces rumkrabbelnde und fotografierende, mit der Feuerwehr nicht nur bei Bränden auftretende, an der Fousanocht Räder schlagende, bei den Dümpfln Hopfenblütentee vernichtende, am Fötschadoffe Fasching in der Bar Knie verlierende, Prinz Michael II., aus dem hochedlen, oben am Schloßberg thronenden Geschlecht der Melmern, vertreten. Ihm zur Seite steht ihre Lieblichkeit, in der Backstube Torten kreierende, süßen Gaumenschmaus zaubernde, in der Bar Feuerwasser ausschenkende, ehemals in der Kindergruppe & kleiner Garde tanzende, mit ihren jetzigen Auftritten begeisternde, in der Schafhut die schönsten Christbäume züchtende, bei den Orglsaachern Pfadfindende, Prinzessin Nina I., aus dem in der Schafhut residierenden hochadligen Geschlecht der Libsn. Die neuen Hoheiten wurden sogleich unter großem Jubel ihrer Untertanen und dem dreifach donnernden Schlachtruf „Staaberch Schrubb Schrubb“ in ihre ruhmreichen Ämter eingeführt.

Vorgänger nehmen Abschied

Ein Auswahlkriterium war sicherlich gewesen, dass beide bei der Feuerwehr sind: „Des alte Prinzenpaar hot sich gedocht: Zwaa fe de Feueweh des wäd doch a Sach. Die sin imme gut drauf und blitzschnell bereit – und könna auße Feue a nuch andra Bränd lösch gscheit“. Ihre Vorgänger, Prinz Kevin I. und Prinzessin Isabell II., hatten zuvor mit Wehmut, Ehr und Stolz Auf Wiedersehen gesagt. „De Abschied fällt uns jetzt desweiche doppelt su schwä. Obe die Aussicht, das nächstes Joh wiede a Büttnomd is, freut uns um su mäh.“ Gerne erinnerten sie sich in ihrer Regentschaft zurück an die Besuche vieler befreundeter Faschingsgesellschaften und natürlich – als absoluten Höhepunkt – an das lange Staaberche Fousanochts-Wochenende.

„Später wie sonst ist in Rio der Karnevals-Samba – und wir machen halt im Frühling Ramba-Zamba“, freute sich Faschingspräsident Wolfgang Förtsch über die „Fousanocht im Grüna“. Zwei Fousanochten seien Corona zum Opfe g´falln; zweimal sei es dunkel geblieben in der Narrenhalln. „Für uns Narren aber is das größta Glück: Mje woll´n die Fousanocht zurück! Mit´m Heilingschrubbe, Mariechen, Garden … mit Mäck und Michl, R-M-G & Co. – ann schönen Prinzen und einer feschen Prinzessin sowieso“, appellierte er. Prinz Kevin und Prinzessin Isabell blieben treu an der Macht, beschirmten in schwerer Zeit die Staaberche Fousanocht. „Das Narrenvolk - Es wird euch dafür ewig lieben. Ihr habt Fousanochts-Geschichte g´schrieben!“, lobte er.

Eingebettet war die Prinzenpaar-Vorstellung in einen – erstmals von den „Staaberche Schrubbe“ initiierten - „Tanz in den Mai“. DJ Holly und DJ Stefan sorgten für ausgelassene Stimmung bis in die Morgenstunden, wobei die feierwütige Meute die neue Faschingssaison schon einmal ausgiebig „begrüßte“.