Steinwiesen - "Das ist meine Aufgabe: dort, in Sri Lanka zu helfen." Renate Götz besucht das Land im Indischen Ozean seit sechs Jahren. Und schon bei ihrem ersten Aufenthalt lässt sie die unglaubliche Armut der Menschen auf der Insel nicht mehr los. Sie beschließt zu helfen. Erst sammelt sie nur Brillen, die sie vom Kronacher Optiker Stöckert überholen lässt und mit nach Sri Lanka bringt. Dort werden sie an die Ärmsten der Armen verteilt - vorher aber von Augenärzten angepasst. Vor etwas mehr als einem Jahr berichtete die NP von der Aktion. Eine Viertklässlerin der Grundschule Marktrodach wurde darauf aufmerksam. Sie rief Renate Götz an, um mehr darüber zu erfahren. Bei einem Besuch in der Schule kurze Zeit später berichtete die Steinwiesenerin von den schönen und nicht so schönen Seiten der Insel. Die Schüler beschließen sofort, ausrangierte Brillen zu sammeln. Und damit nicht genug: Die Grundschüler organisieren noch eine Soli-Aktion, um ein Waisenhaus in Sri Lanka unterstützen zu können. Insgesamt erlösen sie dabei 520 Euro. Das Geld und viele weitere Spenden von Privatpersonen verwendet Renate Götz für ein Kinderheim, auf das sie bei einer ihrer Reisen aufmerksam geworden ist. In dem Heim leben 28 Jungen im Alter von drei bis 21 Jahren. "Ich war erschüttert, als ich zum ersten Mal dort war. Da fehlte es hinten und vorne", erklärt sie. Vor allem über das Badezimmer war sie damals entsetzt. Die Jungen hätten sich an kaputten Fliesen die Füße aufgeschnitten. Also setzt die Steinwiesenerin die Spendengelder für die Renovierung des Bades ein. Zusammen mit ihrem Kontaktmann vor Ort, Tharanga, koordiniert sie die Arbeiten. Bis zum Herbst ist das Bad fertig. Mit weiteren Spenden schafft sie es auch, die undichte Decke des Bades zu sanieren. "Außerdem haben wir dem Heimleiter zugesichert, dass wir zweimal im Monat Essen bringen: vor allem Reis, Linsen und Gemüse. Darum kümmert sich Tharanga", erzählt Renate Götz. Die Kinder dort bräuchten täglich 15 Kilogramm Reis: "Sie haben ja sonst fast nichts anderes zum Essen."