Steinwiesen Wehr erhält Flut an Hilfsgütern

Die Steinwiesener Brandschützer initiierten eine Spendenaktion für die Opfer der Hochwasserkatastrophe. Was dann kam, sprengte alle Erwartungen.

Steinwiesen - Menschen in Not zu helfen, das ist für eine Freiwillige Feuerwehr selbstverständlich. Und so ging auch das Schicksal der Hochwasser-Opfer in Rheinland-Pfalz nicht spurlos an den ehrenamtlich tätigen Feuerwehrfrauen und -männern in Steinwiesen vorbei. Spontan riefen Kommandantin Kerstin May und ihr Stellvertreter Dominic Welscher über die Social-Media-Kanäle der Wehr eine Spendenaktion ins Leben, ähnlich der, die man vor ein paar Jahren auch schon für die Opfer des Donau-Hochwassers durchgeführt hatte.

Die Kampagne erzielte schon innerhalb der ersten 24 Stunden enorme Reichweiten. Doch was dann kam, konnte niemand voraussehen. Spenden wurden nicht nur aus der Umgebung, sondern auch aus den benachbarten Landkreisen und sogar aus der Oberpfalz angeliefert. Ursprünglich rechnete man mit fünf oder zehn Paletten an Hilfsgütern. Am Freitag musste man für die Massen bereits die Waschhalle zum Logistikzentrum umfunktionieren.

Im Akkord packten die ehrenamtlichen Helfer Kartons mit Kleidung, Spielsachen, Hygieneartikeln und Lebensmitteln. Am Samstag wurden dann nochmals so viele Sachspenden angeliefert, dass man sich mit der UG-ÖEL des Landkreises Kronach und der Kreisbrandinspektion Kronach dazu entschloss, einen Teil der transportfähigen Paletten in das Atemschutzausbildungszentrum nach Kronach auszulagern. Den Abtransport übernahm dankenswerterweise der THW Kronach. Die Flut der gebrachten Hilfsgüter war so enorm, dass selbst die Feuerwehr Neufang, die eigentlich nur ihre gepackten Kartons abgeben wollte, mehrere Stunden mit anpackte.

Besonders berührt hat Kommandantin Kerstin May und ihr Team ein sehr junger Mann aus Steinwiesen, der mit seiner Mama ein paar Spielsachen vorbeibrachte und dann zu ihr sagte: „Du Mama, ich hab noch das kleine blaue Fahrrad – das brauch ich nicht mehr –, ich will das einem Kind schenken, das vielleicht kein Fahrrad mehr hat!“ Wenig später kam er dann ganz stolz damit gefahren und versicherte sich, dass es sofort mit auf einer Palette verpackt wurde. Am Ende der Spendenaktion konnten unglaubliche 49 Paletten an Hilfsgütern gezählt werden. „Es ist einfach unfassbar, was für eine Welle der Hilfsbereitschaft vorhanden war“, so die Kommandantin Kerstin May. Ihr Stellvertreter Dominic Welscher ist beruflich als Versandleiter tätig. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass die Spedition SFT Transporte aus Küps den kostenlosen Transport übernahm.

Der Inhaber Sascha Fleischmann sagte, ohne lange zu überlegen, seine Unterstützung zu. Und anstatt eines 7,5-Tonnen-Lkw standen nun zwei komplette Züge da, die vollgepackt ins Krisengebiet aufbrachen. Der letzte Arbeitseinsatz fand dann am Mittwoch statt, um die insgesamt 49 Paletten auf zwei Gliederzüge der Firma SFT zu verladen.

Im Anschluss gingen die Hilfsgüter sofort auf die Reise nach Bitburg, wo sie einen Tag später dann entladen und von dort aus durch den Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Roten Kreuzes weiter verteilt werden.

Kommandantin Kerstin May und Dominic Welscher haben sich bei allen Helferinnen und Helfern sowie bei allen, die die Aktion unterstützt haben, zwar schon persönlich bedankt, möchten dies aber trotzdem auch an dieser Stelle nochmals tun. „Wenn man so eine wahnsinnig große Unterstützung aus der Bevölkerung und von befreundeten Organisationen erfährt – dann weiß man, dass man alles richtig gemacht hat“, so Kerstin May. Beide Kommandanten stellten nochmals heraus, wie stolz sie auf ihre Mannschaft sind, die bei dieser Aktion so tatkräftig mit angepackt hatte. Ohne den guten Zusammenhalt aller Kameraden hätte solch eine Spendenaktion nicht durchgeführt werden können.

 

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