Zukunft der Altersvorsorge Kronacher DGB kritisiert Söder

Der CSU-Chef fordert die Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Darauf reagiert der Kreisvorsitzende der Gewerkschaft.

Markus Söder hat in einem Interview erklärt, Deutschland müsse generell länger arbeiten. Foto: picture alliance/dpa

„Eine Debatte über die Zukunft der Altersvorsorge ist notwendig, darf aber nicht zu Lasten des Gesundheitsschutzes und der sozialen Gerechtigkeit gehen.“ So reagiert Wolfgang Schmitt, Kronacher Kreisvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), auf Vorschläge des Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Markus Söder.

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Zum Hintergrund heißt es in einer Mitteilung des DGB: Markus Söder hat in einem Interview erklärt, Deutschland müsse generell länger arbeiten; er nannte Lebensarbeitszeitkonten, die Wiedereinführung von Karenztagen und Teil-Krankschreibungen als mögliche Maßnahmen und verwies auf die Rentenkommission, die bis Mitte des Jahres Vorschläge erarbeiten soll.

Forderung nach sozial ausgewogenen Lösungen

Schmitt warnt unter anderem vor regionale Folgen für den Landkreis Kronach: „In unserem Landkreis arbeiten viele Beschäftigte in körperlich belastenden Branchen (Handwerk, Pflege, Produktion)“, betont er. Ältere Beschäftigte und Geringverdiener wären von Veränderungen nach seiner Meinung besonders betroffen. Daher fordert Schmitt, die Folgen vorher abzuschätzen sowie Pilotprojekte für ländliche Regionen wie den Landkreis Kronach auf den Weg zu bringen. „Ich appelliere an die Verantwortlichen in Berlin und Bayern, Reformvorschläge nicht allein unter fiskalischen Gesichtspunkten zu bewerten.“

Für den Kreis Kronach solle man sozial ausgewogene Lösungen suchen, die die Arbeitsfähigkeit und soziale Sicherheit der Beschäftigten sichern. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sei zentrales Sozialrecht; Karenztage würden Beschäftigte in prekären Situationen besonders treffen.