Sternenhimmel im Dezember Glänzend in Form: der Wüstenplanet

Hans-Ulrich Keller
Das Licht überbrückt die Strecke vom Mars (in der Illustration rot) zur Erde (hier blau dargestellt) in viereinhalb Minuten. Die exakte Oppositionsstellung wird am 8. Dezember erreicht. Mars und Sonne (rechts außen) stehen dann am irdischen Firmament einander gegenüber. Foto:  

Langsam pirscht sich der Vollmond an den rötlichgelben Mars am Firmament heran: Sonne, Mond und Sterne im Dezember 2022.

Ein spannendes Himmelsereignis ist die Opposition des Planeten Mars Anfang Dezember. Die Erde überholt unseren äußeren Nachbarplaneten auf der Innenbahn. Schon am 1. wurde mit knapp 82 Millionen Kilometer die geringste Entfernung vom Mars erreicht. Dies entspricht in etwa der halben Entfernung Erde–Sonne. Das Licht überbrückt die Strecke vom Mars zur Erde in viereinhalb Minuten. Die exakte Oppositionsstellung wird am 8. Dezember erreicht. Mars und Sonne stehen dann am irdischen Firmament einander gegenüber.

Der Mond bedeckt den Mars

Der rötlichgelbe Mars ist die ganze Nacht am Firmament vertreten. Um Mitternacht sieht man ihn im Sternbild Stier hoch über unseren Köpfen.

Er glänzt so hell, dass man ihn kaum übersehen kann. Nur noch Jupiter übertrifft Mars ein wenig an Helligkeit. Der Riesenplanet hält sich im Sternbild Fische auf und beherrscht die erste Nachthälfte. In der Nacht vom 7. auf 8. pirscht sich der hell glänzende Vollmond an Mars heran. Schließlich zieht der Vollmond am Morgenhimmel vor Mars vorbei, es ereignet sich eine Marsbedeckung durch den Mond.

Mars ist nur halb so groß wie die Erde. Für eine Sonnenumkreisung benötigt der kalte Wüstenplanet ein Jahr, zehn Monate und drei Wochen. Ein Marstag ist mit 24 Stunden und 40 Minuten ein wenig länger als ein irdischer Sonnentag. Mit 25 Grad ist die Mars-achse zur Senkrechten auf der Umlaufebene geneigt. Dies ist fast der gleiche Wert wie die Neigung der Erdachse. Somit entstehen auch auf dem Mars Jahreszeiten. Sie dauern allerdings doppelt so lange wie die irdischen. Am 22. Juli dieses Jahres hat auf der Marsnordhalbkugel der Winter begonnen. Er dauert bis Frühlingsbeginn am 26. Dezember.

Bühne frei für den Ringplaneten

Der Ringplanet Saturn ist noch in den frühen Abendstunden am Südwesthimmel zu sehen. Er beschleunigt seine Wanderung durch das Sternbild Steinbock. Zu Monatsanfang geht Saturn kurz vor 22 Uhr unter, zu Silvester schon wenige Minuten nach 20 Uhr.

Auch Uranus wird am 5. in den frühen Abendstunden vom Mond bedeckt. In Berlin schiebt sich der zunehmende Mond um 17.44 Uhr vor den grünlichen Planeten. Um 18.36 Uhr taucht Uranus wieder auf. Für andere Orte in Deutschland weichen die Bedeckungszeiten um wenige Minuten ab. Die Uranusbedeckung kann nur mit einem Fernglas oder Teleskop verfolgt werden.

Am 12. erreicht der Mond mit 405 888 Kilometern seine Erdferne, während er am 24. mit 358 270 Kilometer in Erdnähe kommt. Nur einen Tag vorher tritt um 11.17 Uhr Neumond ein. Das nahezu Zusammenfallen von Neumond und Erdnähe führt an den Küsten zu Springfluten.

Zwei Sternschnuppenströme beschert uns der Dezember. Vom 6. bis 16. machen sich die Geminiden bemerkbar. Sie scheinen dem Sternbild der Zwillinge zu entströmen. Das Maximum ist in der Nacht von 13. auf 14. Dezember zu erwarten. Mit stündlich bis zu 120 Sternschnuppen, darunter auch Boliden oder Feuerkugeln, kann gerechnet werden. Viel weniger Meteore liefern die Ursiden. Ihre Tätigkeit erfolgt vom 16. bis zum 25., wobei ihr Ausstrahlungspunkt oder Radiant im Kleinen Bären, lateinisch Ursa Minor genannt, liegt.

Diese Sternbilder sind zu sehen

Die Herbststernbilder verabschieden sich nun. Das Pegasusquadrat ist weit nach Westen gerückt. Im Südwesten nehmen noch Wassermann und Walfisch ihren Platz ein. Fomalhaut im Südlichen Fisch hat bereits das Feld geräumt. Hoch im Norden ist die Kassiopeia, das Himmels-W, zu erblicken. Im Nordosten funkelt die gelbe Kapella im Fuhrmann. Der Stier mit dem roten Aldebaran steht hoch im Nordosten. Zurzeit glänzt Mars auffällig im Sternbild Stier. Im Süden hat der Widder mit seinem Hauptstern Hamal eben die Mittagslinie passiert. Der Widder zählt zu den Tierkreissternbildern. Vor über 2000 Jahren lag der Frühlingspunkt noch im Sternbild Widder.

Noch heute bezeichnet man den Frühlingspunkt als „Widderpunkt“. Im Südosten ist der Orion erschienen, Leitsternbild des Winters, mit den hellen Sternen Beteigeuze und Rigel. Dem Orion folgt der Kleine Hund mit Prokyon, dem Vorhund. Sirius im Großen Hund ist auch schon aufgegangen.

Die Sonne tritt am 18. zu Mittag in das Sternbild Schütze. Am 21. passiert sie den tiefsten Punkt ihrer Bahn, der astronomische Winter beginnt um 22.48 Uhr. Der Winterpunkt im Schützen markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Steinbock, weshalb man vom Wendekreis des Steinbocks spricht. Von nun an steigt die Sonne wieder empor.

Der 21. Dezember ist der kürzeste Tag des Jahres. Der früheste Sonnenuntergang erfolgt am 12. Dezember um 16.18 Uhr. Ende des Jahres geht die Sonne neun Minuten später unter. Der späteste Sonnenaufgang erfolgt um 8.19 Uhr am Silvestertag, während zu Winterbeginn die Sonne vier Minuten früher aufgeht.

Das astronomische Jahr 2023 beginnt am 31. Dezember 2022 bereits um 15.30 Uhr, wenn die Sonne in ihrer Bahn die Position 280 Grad östlich vom Frühlingspunkt erreicht.

 

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