Steuerprozess Acht Jahre Haft für Popstar Shakira gefordert

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Shakira hat richtig Ärger mit dem spanischen Fiskus. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa

Das verflixte 2022 wird für Pop-Superstar Shakira immer schlimmer. Nach der Trennung von Fußballprofi Piqué droht der Sängerin wegen des Vorwurfs des Steuerbetrugs eine lange Haftstrafe.

Madrid - Pop-Superstar Shakira soll nach dem Willen der spanischen Staatsanwaltschaft wegen Steuerhinterziehung jahrelang ins Gefängnis.

Neben einem Freiheitsentzug von acht Jahren und zwei Monaten forderte die Anklagebehörde der Provinz Barcelona für die 45-Jährige auch eine Geldstrafe in Höhe von 23,8 Millionen Euro. Das berichteten der staatliche Fernsehsender RTVE und weitere spanische Medien am Freitag. Diese Forderung sei dem zuständigen Gericht in Esplugues de Llobregat bei Barcelona zugestellt worden, hieß es. Ein Justizsprecher bestätigte auf Anfrage diese Informationen.

Shakira weist die Vorwürfe zurück

Shakira hatte erst am Mittwoch mitgeteilt, dass sie eine außergerichtliche Einigung mit den Steuerbehörden ihrer Wahlheimat abgelehnt habe. Damit wird sich die Musikerin, die mit Hits wie "Waka Waka" und "Hips Don't Lie" berühmt wurde, in den nächsten Monaten vor Gericht verantworten müssen. Ihr wird vorgeworfen, in den Jahren 2012 bis 2014 insgesamt rund 14,5 Millionen Euro hinterzogen zu haben.

Die Künstlerin aus Kolumbien bezeichnet sich unterdessen als unschuldig. Sie wies die Vorwürfe als "totale Verletzung" ihrer Rechte zurück. Sie sei Opfer einer "erbitterten Verfolgung".

"Die Staatsanwaltschaft ist fest entschlossen, das Geld einzutreiben, das ich auf meinen internationalen Tourneen und bei (der TV-Sendung) "The Voice" verdient habe, als ich noch nicht in Spanien gewohnt habe", schrieb sie im Kommuniqué. Die Behörden hätten dabei aus Profitgründen "zu unlauteren Mitteln gegriffen, um Druck auszuüben".

Ein Richter hatte im vorigen Jahr auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft die Eröffnung eines Strafprozesses angeordnet. Ende Mai scheiterten Shakiras Anwälte vor Gericht mit einem Antrag, das Urteil des Richters aufzuheben. Sie sei zuversichtlich, dass die Justiz ihr am Ende Recht geben werde, meinte Shakira nun.

Im Kern geht es um die Frage, wo die Kolumbianerin in den Jahren 2012, 2013 und 2014 steuerpflichtig war. Die Justiz meint: in Spanien, weil sie sich in jedem der drei Jahre mehr als ein halbes Jahr dort aufgehalten habe. Die Sängerin bestreitet das.

Hinter Gitter wird sie wohl nicht kommen

Shakira versichert, sie habe damals ihren Wohnsitz auf den Bahamas gehabt. Sie habe lediglich ihren damaligen Partner, den Fußballstar Gerard Piqué vom FC Barcelona, mit dem sie inzwischen zwei Kinder hat und von dem sie sich jüngst getrennt hatte, wiederholt in Spanien besucht. Erst ab 2015 habe sie dann ständig in Barcelona gelebt. Zudem habe sie alle Steuern plus Zinsen inzwischen nachgezahlt. 2018 hatte Shakira dem Fiskus insgesamt 17,2 Millionen Euro überwiesen.

Wie stehen die Chancen für "Shaki", wie sie von ihren Millionen Fans genannt wird? Hinter Gitter wird sie laut RTVE eher nicht kommen, weil die geforderte Gesamthaftstrafe aus mehreren Strafen von unter zwei Jahren besteht. Und Haftstrafen von bis zu zwei Jahren werden in Spanien bei nicht vorbestraften Angeklagten fast immer zur Bewährung ausgesetzt. Aber der Richter könnte auch härtere Strafen beschließen.

Für Shakira wird 2022 immer mehr zum verflixten Jahr. Erst Anfang Juni hatten sie und Piqué nach zwölf Jahren das Ende ihrer Beziehung bekanntgegeben. Sie galten als "Traumpaar". Shakira wolle nun mit den Söhnen Milan (9) und Sasha (7) Spanien bald verlassen und verhandele darüber mit Piqué, berichteten gut informierte spanische Medien.

 

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