Lebenslang Stipendium für Coburger Schüler

Glücklicher Stipendiat: der Coburger Gymnasiast Ludwig Illies. Foto: privat

Wenn’s um Noten geht, grinst er nur, doch auf die kommt es nicht an. Ludwig Illies bekommt ein lebenslanges Stipendium. Als einer von 50000 Jugendlichen weltweit.

Coburg - Er habe halt so ein bisschen tiefgründig und poetisch geredet und dabei intelligent geguckt, die Vorbereitung sei eher mickrig gewesen und Zensuren hätten eh keine Rolle gespielt. Ludwig Illies steht neben Freude und Begeisterung auch ein amüsiertes Grinsen ins Gesicht geschrieben. Der 17-jährige angehende Abiturient am Coburger Gymnasium Casimirianum ist einer von 100 Gewinnern des Wettbewerbs zum „Rise“-Stipendium. An diesem nahmen weltweit rund 50000 junge Menschen teil. Auf Ludwig wartet eine tatsächlich lebenslange Förderung in Form verschiedener Finanzierungen und Programme. „Geld bekomme ich wahrscheinlich nicht bar auf die Hand“, meint er, „dafür kann ich mir jede Universität der Welt frei aussuchen, an der ich studieren möchte, bekomme Unterstützung bei Sprachkursen, Wohn- und Büchergeld sowie individuelle Beratung und Technologien.“

„Rise“ ist ein Programm, das Eric Schmidt, ehemaliger CEO von Google und Gründer von Schmidt Futures in Zusammenarbeit mit The Rhodes Trust (einem Stipendium für ein Studium an der Universität in Oxford) ins Leben rief. Konkret handelt es sich dabei um eine Kernspende von einer Million Dollar von Eric und Wendy Schmidt, die jungen Menschen zwischen 15 und 17 Jahren bei sozialem Engagement unterstützen möchten. „Und dabei geht es nicht um Noten“, bestätigt Ludwig, der zu den vier deutschen „Global Winners“, wie die begünstigten jungen Menschen bezeichnet werden, gehört, „vielmehr zählen Leidenschaft, Ambitionen und die Fähigkeit, Probleme lösen zu können.“

Vor einem Jahr, während des Lockdowns im Home Schooling, erfuhr der sympathische Schüler durch seine Cousine von der Ausschreibung. „Da eh wenig anderes zu tun war, mache ich halt mal mit“, dachte er und bewarb sich. Das Projekt erfolgte in mehreren Runden, in denen es überwiegend um die großen Probleme der Welt, Moralvorstellungen, lösungsorientierte Ansätze aber auch Soziales ging. In einem kurzen Video mussten sich die Bewerber, die aus 170 Ländern stammen, mit einem Projekt vorstellen. Ludwig befasste sich mit „Manipulation“. „Die reicht ja vom glitzernden Fußboden im Supermarkt, der einen zu bestimmten Lebensmitteln leitet über den künstlichen Duft in der Bäckerei hin zu gefakten Bildern im Fernsehen, um ganze Nationen zu beeinflussen“, erläutert er. Im Finale mit 500 Teilnehmenden musste er einen Tag lang über Zoom Interviews führen und Fragen beantworten. Auf Englisch, was für ihn kein Problem darstellt, da bereits ein längerer Auslandsaufenthalt in London hinter ihm liegt. Und in diese Richtung wird es ihn auch wieder verschlagen: Ludwig möchte in Oxford Politik, Philosophie und Ökonomie studieren. Und dann nach Harvard gehen.

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