Auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat Weimers Vorgehen mehrfach kritisiert. Und Vorsteher Sebastian Guggolz ist auch am Donnerstag nach Weimers Leipziger Auftritt nicht überzeugt. Weimer mache "links die Räume enger" und beschneide damit den von ihm selbst propagierten breiten Meinungskorridor, sagte Guggolz bei WDR5. Der Kulturstaatsminister bezeichne die Läden als "linksextrem" oder "Verfassungsfeinde", ohne dass dafür eine belastbare Faktenlage vorliege.
"Und diese Intransparenz des kompletten Vorgangs von A bis Z, die müssen wir Herrn Weimer nach wie vor vorwerfen", kritisierte Guggolz. Weimer macht zu den konkreten Vorwürfen gegen die drei Buchläden aus Gründen des Geheimschutzes keine Angaben.
Preis neu beleben?
In seiner Leipziger Rede öffnete der Kulturstaatsminister ein Türchen mit dem Vorschlag, den Buchhandlungspreis mit dem Börsenverein und anderen Partnern weiterzuentwickeln und "neu zu beleben". Vielleicht könne man ihn um einen Kinder- und Jugendbuchhandelspreis ergänzen. "Denn was unsere Buchhandlungen tun, um unsere Jugend vor Social Media-Süchten zu bewahren, kann man gar nicht hoch genug schätzen", sagte Weimer.