Der von Polizisten aus mehreren Bundesländern geschützte Parteitag mit knapp 600 Delegierten wurde von lautstarken Protesten begleitet. An der Volkswagen Halle, in der die AfD tagt, demonstrierten schon am Morgen mehrere hundert Menschen. Sie riefen unter anderem "AfD Faschistenpack - wir haben Euch zum Kotzen satt".
Am Nachmittag waren nach Angaben der Organisatoren 15.000 Menschen auf der Straße. Die Polizei nannte zunächst keine Zahlen. Sie hatte die Halle weiträumig abgesperrt und war mit starken Kräften präsent. Auch Wasserwerfer standen bereit. Die Proteste blieben nach ihren Angaben weitgehend friedlich. Der "Volkswagen"-Schriftzug an der Halle war auf Betreiben des Autokonzerns abgedeckt worden.
Meuthen bekam von den Delegierten kritische Fragen zur Spendenaffäre der AfD gestellt. Er sah kein persönliches Fehlverhalten. "Ich habe hier nichts Unanständiges, Unrechtes oder Illegales getan", betonte er. Er habe auch niemals Geld angeboten bekommen oder erhalten.
Die Bundestagsverwaltung hatte im April entschieden, dass die AfD wegen illegaler Parteispenden eine Strafe von insgesamt 402.900 Euro zahlen muss. Es ging um Hilfen durch die Schweizer Werbeagentur Goal AG für Meuthen und das Bundesvorstandsmitglied Guido Reil in Landtagswahlkämpfen 2016 und 2017.
Die Delegierten lehnten es ab, das Verhältnis zur Identitären Bewegung neu zu regeln. Ein Antrag, diese vom Verfassungsschutz beobachtete Gruppierung von der Unvereinbarkeitsliste zu streichen, wurde nicht auf die Tagesordnung gesetzt. Hätte er Erfolg gehabt, hätten Mitglieder der Identitären Bewegung künftig auch in die AfD eintreten können.