Stunde der Wintervögel Mitmach-Aktionen des Coburger Naturkundemuseums

Zur deutschlandweiten Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ organisiert der LBV Coburg Aktionen für Familien und Kinder im hiesigen Naturkundemuseum.

Ein Rotkehlchen im Winter: Zur deutschlandweiten Zählaktion von Wintervögeln bietet der LBV Coburg am Samstag Mitmachaktionen an. Foto: LBV Coburg/Urs Leuthäusser

Zum 21. Mal rufen der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und sein bundesweiter Partner Nabu zur Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ auf, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Eine Stunde lang können demnach Bürgerinnen und Bürger am Wochenende von Freitag, 9., bis Sonntag, 11. Januar, die Vögel im eigenen Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und den Naturschutzverbänden melden – egal, ob in der Stadt oder auf dem Land.

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Dazu bietet der Coburger LBV am Samstag, 10. Januar, verschiedene Mitmachaktionen für Familien und Kinder im Naturkunde-Museum an. Von 10 bis 13 Uhr warteten spannende und interessante Angebote auf alle Interessierte, wie es heißt. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Zurück zur Zähl-Aktion: „Wer eine Stunde lang bewusst hinschaut, entdeckt oft mehr als erwartet. Gerade im Winter tauchen manchmal überraschende Gäste auf“, erklärt die LBV-Biologin Angelika Nelson. So könnten in diesem Jahr Finkenvögel wie Bergfinken oder Erlenzeisige, die aus Skandinavien zur Futtersuche nach Bayern kommen, für Freude am Futterhaus sorgen.

Auch die typischen Wintervögel wie Kohl- und Blaumeise, Amsel, Haussperling, Feldsperling oder Rotkehlchen stehen im Fokus des Zählwochenendes. „Man muss kein Vogelprofi sein, um bei der Aktion mitzumachen. Vielen Arten ist man im Alltag schon oft begegnet. Sie einmal bewusst wahrzunehmen, macht Spaß und öffnet den Blick für die Vielfalt direkt vor der eigenen Haustür“, sagt Angelika Nelson.

Was mit den Daten passiert

Die Daten helfen dem LBV zu verstehen, wie sich die Vogelwelt von Jahr zu Jahr verändert. In den vergangenen milden Wintern sind etwa immer mehr Kurzstreckenzieher in Bayern geblieben statt weiter nach Süden zu ziehen. Arten wie Zilpzalp, Mönchsgrasmücke oder Star werden deshalb häufiger bei der Aktion beobachtet als noch vor einigen Jahren.

„Solche Verschiebungen lassen sich nur erkennen, wenn viele Menschen regelmäßig mitmachen und ihre Beobachtungen melden“, sagt die LBV-Biologin. „Aufgrund des außergewöhnlich milden Dezembers ist es dieses Jahr besonders spannend, welche Arten vermehrt in Bayern bleiben.“

Vergleich zwischen Stadt und Land im Mittelpunkt

Ein besonderes Augenmerk legt der LBV in diesem Jahr auf den Vergleich zwischen Stadt und Land. Traditionell nehmen laut Mitteilung bei der „Stunde der Wintervögel“ mehr Menschen aus dem ländlichen Raum teil, doch Vogelarten wie die Amsel hättem Städte längst als Lebensraum mit einigen Vorteilen entdeckt. „Parks und Gärten in Städten bieten oft ein ganzjähriges Nahrungsangebot, besonders wenn es dort Futterstellen gibt. Außerdem herrscht dort ein wärmeres Mikroklima, das Vögeln das Überleben im Winter erleichtert”, so die Biologin.

Der LBV appelliert deswegen auch an die Bürgerinnen und Bürger in den bayerischen Städten mitzumachen. „Wer keinen eigenen Garten hat, kann im Park oder auf Friedhöfen genauso gut beobachten und liefert damit wertvolle Informationen“, so Angelika Nelson.

Wer sich bei der „Stunde der Wintervögel“ beteiligen will, braucht nicht viel: Es genügen eine Stunde Zeit und ein ruhiges Plätzchen, von dem die Vögel im Garten, auf dem Balkon oder im Park beobachtet werden können. Gemeldet wird immer die höchste Anzahl einer Art, die innerhalb der Zählstunde gleichzeitig beobachtet wurde. Auch wer keine oder wenige Vögel zählt, kann die Zahlen melden und liefert damit wichtige Daten, so der LBV.

Online oder per Post die Zahlen melden

Die Beobachtungen vom Zählwochenende tragen Teilnehmer am einfachsten online ein unter www.stunde-der-wintervoegel.de.

Dort sind auch fortlaufend aktualisierte Zwischenstände einsehbar, die nach Landkreisen und Regierungsbezirken gefiltert werden können. Meldungen per Post sind ebenfalls möglich. Meldeschluss ist der 19. Januar 2026. Unter allen Teilnehmenden verlost der LBV attraktive Preise.