Was Sudeten und Tschechen trennt, liegt 80 und mehr Jahre zurück: das Herrenmenschengehabe der Nazis in den deutsch besiedelten Gebieten von Böhmen und Mähren, später die Vertreibung der Sudetendeutschen, Todesmärsche, die von Revanchegelüsten diktierten Benes-Dekrete. Noch ist die Kluft nicht überwunden. Das zeigen die Querelen um den Sudetentag, der erstmals in der tschechischen Stadt Brno, zu deutsch Brünn, stattfinden wird. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (beide CSU) wollen kommen – was den Konflikt eher anheizt.