FDP-Chef Christian Lindner forderte, Klimaschutz solle sich am tatsächlichen CO2-Ausstoß orientieren. "Nicht die Art oder der Antrieb eines Autos ist entscheidend, sondern die CO2-Bilanz", sagte Lindner dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". "Ein Diesel-SUV, das nur wenige Kilometer genutzt wird, ist umweltfreundlicher als der Kleinwagen mit hoher Fahrleistung", sagte der FDP-Vorsitzende. "Die Steuerung sollte also über den Kraftstoffpreis erfolgen."
Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen sagte, neu zugelassene SUVs hätten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Durchschnitt 144,1 Gramm CO2 pro Kilometer ausgestoßen. Dies entspreche einem Durchschnittsverbrauch von 6,2 Litern Sprit auf 100 Kilometer. Zum Vergleich: Alle Pkw-Neuwagen zusammen seien auf einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 133,4 Gramm pro Kilometer gekommen - bei einem Verbrauch von 5,6 Litern.
Allerdings ist der durchschnittliche CO2-Aussstoß von SUVs laut Dudenhöffer nur wenig höher als etwa der von sogenannten Multi Purpose Vehicles (MPV), zu denen weniger geländetaugliche, kleinere Vans wie der VW Sharan oder der Opel Zafira zählen. Diese stoßen dem Experten zufolge im Schnitt 139,3 Gramm CO2 pro Kilometer aus.
Dudenhöffer verwies darauf, dass zunehmend reine Elektro-SUVs verkauft würden, wenn auch auf einem bisher niedrigen Niveau. Bisher sind viele SUVs Plug-in-Hybride. Dies sind Autos mit Hybridantrieb, die sowohl über den Verbrennungsmotor als auch am Stromnetz geladen werden können. Notwendig sei ein "echter Umstieg" in batterie-getriebene Elektroautos oder Null-CO2-Autos. Daher sollten Kraftstoffe deutlich mit CO2-Abgaben belastet werden.