Sylbach Brand in Wohnheim der Lebenshilfe

Einen Großalarm hat die Integrierte Leitstelle Schweinfurt (ILS) am späten Sonntagabend ausgelöst. Durch einen Notruf gegen 22.50 Uhr war ein Brand im Wohnheim der Lebenshilfe im Haßfurter Stadtteil Sylbach gemeldet worden. Nachdem die Lage bei der Alarmierung unklar war, wurden insgesamt 150 Einsatzkräfte zum Bernhard-Dömling-Haus beordert.

"Als wir eintrafen war eine starke Rauchentwicklung feststellbar", sagte Kommandantin Julia Volpert, die auch die Einsatzleitung der Feuerwehr inne hatte. Ein Trupp Atemschutzgeräteträger erkundeten die Wohnstätte und stellte den Brandherd im ersten Obergeschoss im Bereich einer Wohngruppe fest. Bereits nach kurzer Zeit konnte schon "Feuer aus" gemeldet und die Räume mit der Wärmebildkamera nach versteckten Glutnestern abgesucht werden. Später wurden das Wohnhaus mit einem Kohlenmonoxid-Messgerät auf CO-Gehalt kontrolliert. Obwohl zu dem Zeitpunkt schon alle 28 Bewohner im Freien waren, überprüfte ein weiterer Trupp vorsorglich das Gebäude auf eventuell weitere Personen.

Nach der Feststellung des Brandes hatten die Betreuer die Evakuierung fest im Griff. Die Bewohner mit Handicap erinnerten sich an die regelmäßig stattfindenden Probealarme, die auch schon einmal zusammen mit der Feuerwehr durchgeführt wurden und setzten die dort erlernte Verhaltensweise im Ernstfall perfekt um. Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte waren bereis 90 Prozent der Personen außerhalb des Gebäudes an einem Sammelplatz. Bei der Rettung der restlichen Bewohner wurde das Personal der Einrichtung tatkräftig durch eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Haßfurt und die Feuerwehr Haßfurt unterstützt.

Bewährt hat sich bei diesem Einsatz auch das Wechselladerfahrzeug der Kreisstadt-Feuerwehr, das mit dem Abrollbehälter Aufenthalt vor Ort war. Der Container, der neben einem Aufenthaltsraum über eine Toilette, eine außenliegende Hygienestation und eine Küchenzeile verfügt, ist unter anderem für solche Fälle mit Evakuierung gedacht. Hierin können vorübergehend Betroffene untergebracht werden. Im jetzigen Einsatz reichte jedoch ein Aufenthaltsraum in einem freistehenden Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft aus.

100 Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehren aus Haßfurt, Sylbach, Unterhohenried, Oberhohenried, Uchenhofen, Römershofen und Zeil fuhren die Einsatzstelle an. Zusätzlich zur Haßfurter Drehleiter wurde eine weitere aus Zeil ebenfalls mitalarmiert. Kreisbrandrat Ralf Dressel, Kreisbrandinspektor Peter Pfaff und Haßfurts Dritter Bürgermeister Berthold Albert machten sich ein Bild der Lage und informierten sich über das Geschehen. Auch ein Fachberater des Technischen Hilfswerkes (THW) Haßfurt war vor Ort. Seitens des Kreisverbandes Haßberge des Roten Kreuzes waren 50 Einsatzkräfte anwesend. Neben den Besatzungen von sechs Rettungswagen waren dies zwei Notärzte, der Einsatzleiter Rettungsdienst Ingo Stöhlein, die Sanitätseinsatzleitung mit Leitender Notärztin Dr. Leonore Jahn und Organisatorischem Leiter Matthias Benkert, die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung und die Schnelleinsatzgruppe Betreuung aus Haßfurt und Untermerzbach.

Alle 28 Bewohner sowie vier Betreuer wurden vom Rettungsdienst gesichtet. Ebenso wurden Corona-Schnelltests bei allen Betroffenen durchgeführt, die gänzlich negativ waren. Verletzte im direkten Zusammenhang mit dem Feuer gab es keine, jedoch musste ein Bewohner kurz vor Einsatzende aufgrund gesundheitlicher Probleme in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Ermittlungen zur Brandursache hat noch in der Nacht die Kriminalpolizei Schweinfurt übernommen. Die Höhe des Sachschadens ist bislang nicht bekannt. Nach rund drei Stunden war der Einsatz beendet.

 

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