Stille. Und fast so etwas wie ein bisschen Frieden empfindet der Besucher der Memmelsdorfer Synagoge, trotz der wechselvollen Geschichte, die in jeder Mauerritze steckt. Die angenehme Kühle des historischen Gebäudes steht im Gegensatz zur Hitze der Gefechte, die Israel in diesen Tagen ausfechten muss. Bis nach Memmelsdorf reichen Krieg und Terror nicht, wohl aber die Sorge um die Menschen vor Ort, wie Iris Wild, Vorsitzende des Träger- und Fördervereins der Synagoge Memmelsdorf berichtet. Unweigerlich falle das Gespräch mit den Besuchern darauf, ohne aber dass dabei Partei ergriffen oder Standpunkte vertreten würden. „Vielen tut es aber leid, dass deshalb Juden auch in Deutschland wieder angegriffen werden“, sagt Iris Wild. Als der Verein im vergangenen Jahr mit einer Ausstellung in Memmelsdorf den Antisemitismus mit jüdischem Witz und spitzer Feder zum Thema gemacht hatte, habe man schon gedacht: Das ist doch alles schlimm. „Es schockt schon, dass das alles inzwischen noch schlimmer geworden ist“, so Iris Wild.
Synagogen Offen für Besucher und Kultur
Tanja Kaufmann 16.04.2024 - 19:57 Uhr