In Europa wird bei Luftbestattungen die Asche von einem Heißluftballon oder Flugzeug aus verstreut. Die Angehörigen bekommen eine Urkunde mit den Koordinaten des Ortes der Ausstreuung. Die Luftbestattung ist in Frankreich, der Schweiz oder in Tschechien erlaubt.
Das deutsche Bestattungsgesetz verbietet sie (mit Ausnahme bestimmter Gebiete über der Nord- und Ostsee), weil hierzulande eine generelle Friedhofspflicht besteht.
Felsbestattung
Bei einer Felsbestattung wird die Urne unter der Grasnarbe eines Felsens bestattet oder die Asche an einem Felsen verstreut. Man kann seinen eigenen Felsen erwerben oder an einem Gemeinschaftsfelsen beigesetzt werden.
In Deutschland ist die Felsbestattung – anders als in der Schweiz – verboten, da die Bestattungsgesetze der Länder die Beisetzung außerhalb eines Friedhofs oder ausgewiesener Flächen untersagen.
Diamantbestattung
Wer seinen Angehörigen nach dessen Ableben weiter bei sich haben möchte, kann dies in Form eines Erinnerungsdiamanten tun. Hierfür werden die sterblichen Überreste bei sehr viel höheren Temperaturen als bei der normalen Kremation verbrannt und Asche zum Diamanten umgewandelt.
Neben den Ausgaben für die Herstellung (ab 5000 Euro) fallen Beisetzungskosten an, da der größte Teil der Asche in einer Urne beigesetzt wird. In Deutschland ist die Diamantbestattung nicht zulässig, der Prozess kann jedoch in den Niederlanden oder der Schweiz durchgeführt werden.
Hydrolyse
Diese Bestattungsform gewinnt in den USA, in Kanada, Australien und Großbritannien immer mehr Anhänger. Bei der sogenannten alkalischen Hydrolyse wird der Leichnam in einem Druckbehälter aus Edelstahl in stark ätzende Kalilauge gelegt. Bei Temperaturen von 150 bis 160 Grad Celsius zersetzt sich der Körper innerhalb von Stunden. Außer einigen Knochenresten bleibt nur eine braune Flüssigkeit übrig, die entsorgt wird.
Feuerbestattung
Wegen hoher Nachfrage nach Feuerbestattungen ist die Zahl der Krematorien in Deutschland gestiegen. Ein Grund für die hohe Nachfrage: Eine Feuerbestattung kann günstiger sein als eine Erdbestattung, etwa weil eine Urne in einem deutlich kleineren und damit günstigeren Grab beigesetzt werden kann als ein Sarg.
Allerdings kann es laut Verband enorme Preisunterschiede geben bei den Beisetzungen durch unterschiedliche Kosten für Sarg oder Urne sowie bundesweit sehr unterschiedlichen Friedhofsgebühren. Rund 4000 vorwiegend mittelständische Bestattungsunternehmen erwirtschaften nach Angaben des Bundesverbands einen weitgehend unveränderten Umsatz von knapp zwei Milliarden Euro erwirtschaftet.
Einbalsamieren
Die Begegnung am offenen Sarg ist ein wichtiger Bestandteil der Trauerbewältigung. Vielfach ist der Leichnam durch die Folgen einer Krebserkrankung, eines Suizids oder Unfalls so entstellt, dass der letzte Blick auf den Toten für Hinterbliebene traumatisch wirken kann. Damit sie ihn in guter Erinnerung behalten, ruft man Embalming-Fachleute.
Modern Embalming (so lautet der englische Fachbegriff für das Einbalsamieren) meint eine spezielle Form hygienischer Totenversorgung für die offene Aufbahrung – also eine befristete Erhaltung auch unter extremen Bedingungen und ohne Kühlung.
So funktioniert das Einbalsamieren: Der Thanatologe oder Thanatopraktiker, wie sich Einbalsamierer nennen, richtet Verstorbene so her, dass Angehörige von ihnen würdig und ohne Schrecken Abschied nehmen können. Nach der hygienischen Grundversorgung (Desinfektion, Waschung und Verschließen der Körperöffnungen mit Watte) wird mit Hilfe einer Einbalsamierungsmaschine fünf bis sieben Liter einer Formaldehyd-Wasser-Mischung in die Arterien gepumpt, um den Organismus kurzfristig zu konservieren. Gleichzeitig wird das Restblut durch das Venensystem herausgepresst, um die Autolyse (Verwesung) aufzuschieben.
Während das Modern Embalming in Deutschland immer noch in den Kinderschuhen steckt, wird es in den USA bei rund 90 Prozent aller Erdbestattungen angewandt. Die Thanatopraxis wurde während des amerikanischen Bürgerkrieges (1861-1865) entwickelt und später von Kolonialmächten wie Frankreich und England übernommen. Die Konservierung diente dazu, gefallene Soldaten oder Kolonialbeamte unverwest in ihre Heimat zu überführen.