Tarifstreit im Raum Coburg Zehn Beschäftigte bestreiken Neustädter Bäder

Das „Bademehr“ blieb am Donnerstag geschlossen. Die Hintergründe gibt Verdi am Nachmittag bekannt: Der Lohnstreit sei eskaliert.

Das „Bademehr“-Hallenbad in Neustadt bei Coburg blieb am Donnerstag geschlossen. Die zehn Beschäftigten fordern einen Lohnangleich nach dem Tarif. Foto: Verdi Oberfranken-West

Mit rot-weißen Absperrbändern haben die Mitarbeiter den Eingang des „Bademehr“ in Neustadt bei Coburg verbarrikadiert. Deutlich sichtbar für alle: Am Donnerstag bleibt das Hallenbad geschlossen. Weder Schulkinder, noch Vereine und Badegäste haben an diesem Tag Zutritt.

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Die Hintergründe zur Sperre werden am Donnerstagnachmittag bekannt: Die zehn Beschäftigten der Bäder der Stadt Neustadt legten die Arbeit nieder. Die Überschrift der Pressemitteilung von Verdi-Gewerkschaftssekretär Jan Storbeck lässt dabei keine Fragen offen: von einem „ersten Warnstreik“ ist die Rede.

Anwaltsschreiben statt Tarifverhandlungen in Neustadt

Wie aus dem Rundschreiben hervorgeht, wollten die Beschäftigten „ein deutliches Zeichen“ setzen: „Sie fordern, dass endlich Tarifverhandlungen aufgenommen werden.“ Verdi habe den Bäderbetrieb zur Aufnahme von Verhandlungen aufgefordert – „doch statt eines Dialogs kam die kalte Absage über eine Anwaltskanzlei“, schreibt Jan Storbeck.

„Das ist nicht nur unverständlich, sondern respektlos gegenüber den Menschen, die hier täglich für den Betrieb sorgen“, erklärt der Gewerkschaftssekretär für Oberfranken-West. Die Stadtwerke seien seit vielen Jahren an den Tarifvertrag für Versorgungsbetriebe gebunden. Doch die Beschäftigten der Bäder seien davon ausgeschlossen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Laut Verdi habe sich auch eine der zehn Beschäftigen geäußert: „Wir lieben unsere Arbeit, aber wir wollen auch in Zukunft faire Löhne und sichere Bedingungen – genauso wie unsere Kolleginnen und Kollegen in den Stadtwerken.“ Auch der Verdi-Landesfachbereichsleiter schließt sich an: „Wenn die Arbeitgeberseite glaubt, mit juristischen Absagen die Beschäftigten zum Schweigen zu bringen, täuscht sie sich gewaltig. Wir sind gesprächsbereit – aber wir sind auch konfliktbereit. Wenn die Blockade nicht fällt, folgen weitere Warnstreiks.“

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt die „Bäder der Stadt Neustadt GmbH“, dass sich die Geschäftsführung um Armin Münzenberger am Freitag zum Warnstreik äußern wolle.