Tarifstreit in Neustadt bei Coburg Keine Einigung zwischen Bäder-Betreiber und Mitarbeitern

Die Neustadter Bäder GmbH hat laut Verdi nicht auf die Forderung der Gewerkschaft reagiert. Diese kündigt nun weitere Warnstreiks an.

Bereits Mitte Oktober hatten die Bäder-Mitarbeiter einen Tag lang gestreikt. Foto: picture alliance/dpa (Symbolbild)

Nach dem Streik der Mitarbeiter Mitte Oktober hat Verdi die Bäder GmbH in Neustadt zu erneuten Tarifverhandlungen aufgefordert – jedoch erfolglos. Das teilte jedenfalls die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung vom Mittwoch mit. „Die Beschäftigten haben ihre Entschlossenheit bewiesen. Wer nach so einem Zeichen noch schweigt, missachtet die Menschen, die hier Tag für Tag den Betrieb am Laufen halten“, kritisiert darin Jan Storbeck, Gewerkschaftssekretär bei Verdi Oberfranken-West.

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Statt Gesprächsbereitschaft sei aus Unternehmenssicht nur die Erklärung gekommen, ein Tarifabschluss sei „angesichts einer möglichen Privatisierung der Betriebsführung unzweckmäßig“. Für Verdi ist diese Haltung laut Schreiben ein fatales Signal. „Gerade in Zeiten solcher Unsicherheiten braucht es Verlässlichkeit für die Beschäftigten – nicht Ausflüchte“, so Storbeck weiter. „Wer über Privatisierung nachdenkt, muss erst recht zeigen, dass faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen selbstverständlich bleiben.“

Forderung nach einem Ende der Blockade

Auch Verdi-Landesfachbereichsleiter Martin Marcinek fordert ein Ende der Blockade: „Wer Gespräche verweigert, riskiert weitere Konflikte. Die Beschäftigten sind bereit, ihren Forderungen erneut Nachdruck zu verleihen.“

„Wir haben unsere Hand mehrfach ausgestreckt, um endlich in einen Dialog zu kommen“, erklärt Storbeck abschließend. „Die Beschäftigten wollen eine Lösung am Verhandlungstisch, nicht auf der Straße. Doch wenn die Arbeitgeberseite weiterhin schweigt, bleibt uns keine andere Wahl: Dann werden die Schwimmhallen erneut geschlossen bleiben – und die Verantwortung dafür trägt allein die Geschäftsführung.“