Der Kommunale Arbeitgeberverband Sachsen-Anhalt (KAV) teilte mit: "Angesichts der in den Tarifverhandlungen immer wieder klar kommunizierten Verhandlungsbereitschaft der Arbeitgeber sind die Streiks im angekündigten Umfang völlig unverhältnismäßig und als rechtlich grenzwertig einzustufen." Die Belastung für die Fahrgäste des ÖPNV in Sachsen-Anhalt lasse sich mit den von der Gewerkschaft erhobenen Forderungen nicht rechtfertigen. Der KAV forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
"Die Erhöhung des Entgeltes für die Beschäftigten in den betroffenen Nahverkehrsunternehmen ist wegen der Ankopplung an die Tarifentwicklung des TVöD mit der Gewerkschaft bereits ausverhandelt", so der KAV weiter. "Zum 1. April 2026 steigen die Tabellenentgelte um 3,0 Prozent (mindestens aber 110 Euro) und zum 1. März 2027 um weitere 2,8 Prozent. Damit haben die Arbeitgeber bereits die Grenze der wirtschaftlichen Belastbarkeit deutlich erreicht."
Das ist Verdi in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wichtig
Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt erklärte hingegen: "Die kommunalen Arbeitgeber versuchen, die strukturelle Unterfinanzierung des ÖPNV auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen. Das lassen wir nicht zu." In keinem der drei Länder gebe es ein ernstzunehmendes Angebot.
Vor allem zwei Themen seien den Mitarbeitern in den drei Ländern wichtig: Die Arbeitstage bei geteilten Schichten dürften nur noch 12 statt bislang maximal 14 Stunden betragen. Und die gesetzlichen Ruhezeiten von 11 Stunden müssten eingehalten werden - derzeit könne das auf bis zu 9 Stunden reduziert werden.
Nach Angaben von Gewerkschaftsmitgliedern führen die langen Dienstzeiten teils zu Ermüdung. "Wir fahren keine Mehlsäcke durch die Gegend. Das sind Personen, die wollen sicher an ihren Ort kommen", sagte etwa Uwe-Michael Nagel von den Erfurter Verkehrsbetrieben.
So geht es weiter
In Thüringen steht die dritte Verhandlungsrunde am 2. März an, in Sachsen am 9. März und in Sachsen-Anhalt am 17. März. Er hoffe, dass es dann einen Stand gebe, den man den Mitgliedern zur Abstimmung vorlegen könne, sagte Schmidt. Ansonsten lägen "alle Optionen auf dem Tisch". Einen Warnstreik zur Leipziger Buchmesse etwa schloss Schmidt nicht aus.