Teerölunglück Verzehrwarnung bleibt bestehen

ger

Inzwischen schreitet die Sanierung der Rodach voran. Trotz derart guter Nachrichten bleibt die Verzehrwarnung für Fische aus dem Fluss jedoch aufrechterhalten.

Kurz nach dem Teerölunglück von Erlabrück waren Giftrückstände sogar im Landkreis Lichtenfels nachweisbar – bis in die Mündung der Rodach in den Main. Aus diesem Grund gelten auch hier seit der Chemiekatastrophe besondere Vorsichtsregelungen. Diese hat der Landkreis Lichtenfels jüngst erneut in einer Bekanntgabe unterstrichen.

Nach der Werbung weiterlesen

„Aufgrund einer Gewässerverunreinigung an der Rodach am 27. September 2021 im Bereich Erlabrück kommt es weiterhin zu Beeinträchtigungen der Gewässerqualität stromabwärts in der Rodach sowie im Bereich des Mains nach Zufluss der Rodach“, erklärt das Landratsamt in seiner Mitteilung. Daher wird bis zum Vorliegen neuerer Erkenntnisse derzeit folgendes empfohlen: „Für den Bereich der Rodach bis zur Mündung in den Main gilt bis auf Weiteres das Verzehrverbot für Fische sowie die Empfehlung zur Kontaktvermeidung mit dem Wasser in der Rodach fort.“ Für den Main ab der Mündung hingegen sowie für die angeschlossenen Seen sowie Fischteiche wird die Warnung zur Kontaktvermeidung mit Wasser jedoch aufgehoben. Das Verzehrverbot für Fische gelte jedoch weiter.

Für Fachgutachter Jörg Zausig sind diese Maßnahmen des Landkreises Lichtenfels nicht nachvollziehbar. „Wie haben seit November eine ganze Reihe an Messungen durchgeführt, denen zufolge die Wasserqualität im Raum Lichtenfels unproblematisch ist“, betont er. Und auch bei der jüngsten Messung des Wasserwirtschaftsamtes Kronach im Februar sei kein Teeröl nachweisbar gewesen. Daneben hatte auch das Fischgutachten des Landesamts für Gesundheit für Proben aus Lichtenfels keine erhöhten Werte festgestellt; folglich hätte aus seiner Sicht die Verzehrwarnung bereits längst aufgehoben werden können.

„Im Grundtenor ist die Vorsicht des Landkreises Lichtenfels richtig“, erklärt hingegen Hans-Joachim Rost vom Wasserwirtschaftsamt Kronach. So stimme es zwar, dass bei der Februarmessung keine Spur des Gifts mehr messbar gewesen sei – diese Beprobung habe jedoch während des Hochwasserabflusses stattgefunden. Das könne Tests beeinflussen. „Aktuell führen wir erneut Messungen für den Normalwasserbereich durch“, berichtet er. Deren Ergebnisse könnten ausschlaggebend für künftige Entscheidungen werden – ähnlich wie die Fischproben, die bereits für den kommenden Monat angesetzt sind. „Bis dahin wird wohl auch im Raum Kronach die Verzehrwarnung für Fische aus der Rodach weiterhin gelten“, sagt Rost.