Test des Fahrradclubs Radl-Klima in Coburg leicht verbessert

Von Martin Fleischmann

Die Note liegt aber immer noch bei 4,1. Punkten kann die Vestestadt etwa bei den Wegweisern, ein Minus gibt es bei der Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen.

Beim Thema Fahrradfreundlichkeit ist in Coburg noch Luft nach oben. Foto: Frank Wunderatsch

Coburg - Coburg hat sich beim jüngsten Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) im Vergleich zu 2018 (4,3) zwar leicht verbessert, bei einer Schulnote von 4,1 ist aber noch Luft nach oben. Positiv fielen laut ADFC-Klimatest in der Vestestadt etwa die Reinigung und Beschilderung der Radwege auf, auch in puncto Fahrraddiebstahl gab es ein Plus. Kritisiert wurde dagegen, dass es keine öffentlichen Fahrräder gibt und auch die Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen sei verbesserungswürdig. Unter vergleichbaren Städten erreicht Coburg Rand 294 von 415.

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Zu enge Radwege

84 Prozent der 278 befragten Radfahrenden in Coburg sind unzufrieden mit der Breite der Radwege. Weiter bemängeln 81 Prozent der Befragten die nicht auf den Radverkehr abgestimmten Ampelschaltungen und 76 Prozent sagen, es gibt häufig Konflikte zwischen Autofahrern und Radfahrenden. 68 Prozent fühlen sich als Verkehrsteilnehmer nicht akzeptiert und 72 Prozent berichten von vielen Hindernissen auf Coburgs Radwegen. 79 Prozent berichten, dass man auf den örtlichen Radwegen und Radfahrsteifen nicht sicher radeln kann. 76 Prozent bemängeln die fehlende Möglichkeit, ein öffentliches Fahrrad zu mieten. Fast ebenso viele geben an, dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr in Coburg getan wurde. 63 Prozent befinden die Oberfläche der Radwege als in baulich schlechtem Zustand.

Stadtzentrum gut erreichbar

Aber es gibt auch Positives: 62 Prozent der Befragten finden, dass das Stadtzentrum mit dem Rad zügig zu erreichen ist. Die gleiche Prozentzahl gibt an, dass man sich gut an der Beschilderung orientierten kann. Allerdings berichten 63 Prozent, dass sie das Gefühl haben, dass die Bedeutung des Fahrrades während Corona gestiegen ist und 55 Prozent berichten, dass sie neue Ziele mit dem Rad in und um Coburg erreicht haben.

87 Prozent der Befragten geben an, dass es in der Corona-Zeit in Coburg keine handfesten Signale für mehr Fahrradfreundlichkeit gegeben hat. Gleichzeitig hat die Bedeutung des Fahrrades nach Meinung von 63 Prozent der Befragten während der Pandemie in Coburg zugenommen.

Stress beim Radeln

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Umfrage zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt. Er umfasst 27 Fragen. Bei der aktuellen Befragung wurden außerdem 5 Zusatzfragen zur Fahrrad-Situation während der Covid-19-Pandemie in den Städten gestellt. Zwischen September und November 2020 konnten Radfahrerinnen und Radfahrer ihre Meinung zum Fahrradklima in ihrer Stadt abgeben. 2020 bewerteten 278 Menschen das Fahrradklima in Coburg, deutschlandweit waren es rund 230.000.

Die Ergebnisse für die Stadt Coburg zeigen demnach Aufholbedarf: 58 Prozent der Coburger Radlerinnen und Radler empfinden Stress beim Radeln und 72 Prozent bemängeln die fehlende Radverkehrsförderung in jüngster Zeit.