Tettau Heimatstrom aus Langenau?

Veronika Schadeck

Noch ist es ein weiter Weg zum neuen Solarpark. Doch der erste Schritt ist gemacht.

Zwischen Langenau und Schauberg soll ein Solarpark entstehen. Am Montagabend informiert der Projektleiter Michael Ebertz über den aktuellen Stand. Foto: Münch Energie

Zwischen Langenau und Schauberg soll ein Solarpark entstehen. Darüber informierte am Montagabend in der Marktgemeinderatssitzung der Projektleiter der Firma Münch Energie, Michael Ebertz. „Es geht um eine nachhaltige Entwicklung von Flächen und der Region“, betonte er. Seinen Ausführungen zufolge soll der Solarpark auf einer Fläche von rund acht Hektar errichtet werden. Als Vorteile erweise sich, so Ebertz, dass diese Fläche nur 800 Meter von einem Netzverknüpfungspunkt entfernt sei. Er betonte, dass das vorgesehene Areal nur bedingt für eine Ackerfläche nutzbar sei. Der Ausbau soll landschaftsverträglich erfolgen. Ebertz sprach davon, dass dieses Projekt zu einer unabhängigen dezentralen Stromversorgung der Rennsteigregion beitragen soll. Die Menschen könnten in Form von einem „Bürgerstrom“ – angedacht ist ein Preis zwischen 23 Cent und 26 Cent pro Kilowattstunde – am Solarpark partizipieren. Mittlerweile sei auch mit „Heimatstrom Tettau GmbH & Co.KG“ eine gemeinsame Gesellschaft mit der Kommune gegründet worden.

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Bürgerversammlung im Sommer

Ebertz erklärte weiter, dass er mit allen Beteiligten im Gespräch sei und Ausgleichsflächen mittlerweile zur Verfügung stünden. Ein Artenschutz- und Blendgutachten sei von Münch Energie in Auftrag gegeben worden. Um möglichst viel Strom in den Spitzenzeiten speichern zu können, plane die Firma Münch Energie in Teuschnitz ein Umspannwerk zu bauen. Inwieweit sich die Kommune an dem Projekt beteilige, stehe noch nicht endgültig fest. Aktuell sei eine Beteiligung von 30 Prozent vorgesehen. Eine Informationsinternetseite stünde unmittelbar vor der Freigabe. Die Pläne für den Solarpark sollen noch vor der Sommerpause vorgelegt werden können. Baubeginn ist demnach für Frühjahr 2024 geplant. Zuvor soll allerdings in den Sommermonaten noch eine Bürgerversammlung stattfinden. Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT) wies darauf hin, dass ursprünglich eine Fläche von elf Hektar für den Solarpark in Langenau vorgesehen waren. Man habe aber die Bedenken der Landwirte ernstgenommen und deshalb die Fläche reduziert.

Winterdienst kostete 180000 Euro

Ein weiterer Punkt waren die Ergebnisse der Rechnungsprüfung für das Jahr 2021. Der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Carl-August Heinz, bescheinigte eine sorgfältige Kassenführung und schlug die Entlastung der Verwaltung vor, die einstimmig erfolgte. Zuvor nannte er einige Zahlen. Demnach verursachte der Winterdienst Kosten von 180 000 Euro. Handlungsbedarf bestehe bei den Kläranlagen, die 50 Prozent des gesamten Stromverbrauchs der Kommune benötigen. Bewährt habe sich die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED in der Marktgemeinde. Dadurch konnte der Energieverbrauch massiv reduziert werden. Bedingt durch die Pandemie mit der damit verbundenen Schließung des Schwimmbads fielen diesbezüglich kaum Unterhaltskosten an. Rund 200 000 Euro Defizit verursachten die Kindertagesstätten. Dennoch sei es wichtig, an diesen Einrichtungen festzuhalten. Das Gremium stimme dann noch der Vertragsverlängerung mit der Südwasser GmbH in Erlangen zur Unterstützung der gemeindliche Abwasserversorgung zu einem Preis von monatlich 8806 Euro für ein weiteres Jahr zu. Die Firma Krumpholz Rohrbau GmbH in Kronach wurde mit der Erneuerung der Trinkwasserleitung im „Haderholzweg“ zu einem Preis von 270 879 Euro beauftragt.

Asphalt-Pumptrack

Bürgermeister Peter Ebertsch informierte bei der Sitzung über die Beschlüsse aus der letzten nichtöffentlichen Sitzung. Demnach wurde die RadQuartier GmbH aus Rehau mit der Planung und Konzeption eines Asphalt-Pumptrack auf dem Anwesen Hauptstraße 30 in Tettau zu einem Gesamtbruttopreis in Höhe von 9085 Euro beauftragt.

Zudem informierte Ebertsch über das Streuobstpaket, wonach auch Privatleute bei Pflanzungen von Obstbäumen Förderungen aus dem Programm „Streuobst für alle“ erhalten können. Informationen dazu gebe es auch auf der Homepage der Gemeinde Tettau und im Rathaus, so Ebertsch. Einstimmig wurde Stefan Wick (BfT) als Nachbesetzung für den Haupt- und Finanzausschuss für die aus dem Gemeinderat ausgeschiedene Carletta Heinz (die NP berichtete) bestimmt.