Teuschnitz Hausarzt weiterhin verzweifelt gesucht

Heike Schülein
Trotz intensiver Suche gibt es noch keinen Nachfolger für die Arztpraxis Gläser in Teuschnitz. Foto: picture alliance/dpa/Patrick Seeger

Teuschnitz hatte bereits einen Bewerber an der Angel. Der sprang dann doch noch ab. Nicht einmal die Prämie von 60 000 Euro zog.

Teuschnitz - Für die Teuschnitzer startet das Jahr mit keiner guten Nachricht: Denn die intensiven Bemühungen, eine Nachfolge für die Arztpraxis Gläser zu finden, sind bislang nicht von Erfolg gekrönt. Ein potenzieller Bewerber habe mittlerweile abgesagt, teilte Bürgermeister Frank Jakob (FW) bei der jüngsten Stadtratssitzung mit.

„Wir haben ihm alle Möglichkeiten angeboten, die wir hatten“, verdeutlichte Jakob. Falls gewünscht, hätte dieser vor dem Schritt in die Selbstständigkeit auch zunächst ein Angestelltenverhältnis bei der Teuschnitzer Ärztin Dr. Claudia Ilten eingehen können. Auch der Erhalt der Landarztprämie in Höhe von 60 000 Euro war bereits zugesichert worden.

Bürgermeister hofft weiter

„Dennoch hat er abgesagt“, bedauerte der Bürgermeister. Der Arzt habe Bedenken gehegt, dass es einer gewissen Zeit bedürfe, um den heruntergefahrenen Praxisbetrieb wieder zum Laufen zu bringen. Dieses vermeintliche finanzielle Risiko habe er nicht eingehen wollen. Dr. Claudia Ilten dagegen sehe in einem schnellen Wiederaufbau keinerlei Probleme. „Viele Ärzte im nördlichen Frankenwald sind fortgeschrittenen Alters. Die Situation wird sich sicherlich noch verschärfen“, prognostizierte Jakob. Aktuell liefen Gespräche mit einem anderen Arzt. Inwieweit diese fruchteten, könne er nicht sagen. „Wir hoffen auf unser Glück“, versprach er, weiter am Ball zu bleiben.

Erfreulichere Infos gab es dagegen hinsichtlich der ehemaligen Bäckerei Wölfle. Die Investorin konnte nunmehr dieses Anwesen erwerben. Die Renovierung habe bereits begonnen. Während das Café im Erdgeschoss regeneriert wird, soll im Obergeschoss eine Wohnung entstehen.

Bereits für den morgigen Donnerstag ist eine nichtöffentliche Info-Veranstaltung terminiert mit Vertreterinnen des Caritas-Kreisverbands Kronach. Dabei wird es um die Zukunft der im Teuschnitzer Caritas-Stützpunkt angesiedelten Projekte „Gemeindeschwestern“ bzw. Quartiersmanagement „In der Heimat wohnen“ gehen. Die Caritas möchte die Projekte nach Ablauf der Förderung weiterführen, wofür es aber der Unterstützung der VGem bzw. der Kommunen bedürfe.

Kiga-Kinder in der Schule

Im Vorfeld der Baumaßnahmen am Teuschnitzer Kindergarten wurde mittlerweile die Gruppe der Vorschulkinder in den Räumlichkeiten der Schule untergebracht. Am Tag der Sitzung fand eine Begehung mit der Fachaufsicht Michaela Schneider vom Landratsamt Kronach statt. Der Bauhof baut aktuell ein sich noch im alten Kindergarten in Haßlach befindliches Spielpodest aus, um dieses im Übergangsquartier zu errichten. Für die Auslagerung muss mit rund einem Jahr gerechnet werden. Die Kita soll bis zum Winter bezugsfähig sein; die Außenanlagen sollen im Frühjahr 2023 angegangen werden. Auch erfolgte an dem Tag eine Begehung des alten Schulhauses in Wickendorf als angedachtes Übergangsquartier für die dort ebenfalls anstehende Kindergarten-Sanierung. In diesem Zusammenhang laufen aktuell Abstimmungsarbeiten mit Vereinsvertretern. Hier müsse man eine Auslagerung von bis zu eineinhalb Jahren einkalkulieren. Für beide Übergangsquartiere gab es keine Beanstandungen.

Wie der Bürgermeister informierte, fand in der vergangenen Woche ein intensives zweieinhalbstündiges Gespräch gemeinsam mit seinen Bürgermeisterkollegen Peter Klinger aus Tschirn und Karin Ritter aus Reichenbach und dem Bundestagsabgeordneten Jonas Geissler statt. Besprochen wurden aktuelle, die Kommunen betreffende Themen – darunter die Ausgleichszahlungen für die in der Corona-Zeit entgangene Gewerbesteuer, regenerative Energien, ein drohender Pflegenotstand bei Einführung einer Impfpflicht in der Pflege, Breitband sowie insbesondere die ärztliche Versorgung bzw. Nahversorgung.

 

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