Teuschnitzer Projekt Zur Rettung des Braunkehlchens

Aufgrund der dramatischen Bestandseinbrüche des Braunkehlchens in Oberfranken initiierten der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. und die Regierung von Oberfranken 2017 ein Biodiversitätsprojekt in den Landkreisen Kronach, Kulmbach und Hof. Eine Ausstellung in Teuschnitz zeigt nun auch, wie erfolgreich das Projekt bisher war. Foto: picture alliance / dpa/Patrick Pleul

Der Piepmatz ist in Oberfranken selten geworden. Eine Ausstellung in Teuschnitz zeigt den Ernst der Lage – aber auch Lösungsansätze.

Teuschnitz - Der Kampf um den Erhalt des Braunkehlchens geht weiter: ab jetzt in Form einer Wanderausstellung, die derzeit im Foyer der Arnika-Akademie in Teuschnitz zu sehen ist. „Wir haben uns für einen mobilen Botschafter entschieden, denn das Braunkehlchenschutzprojekt endet offiziell am 31. Dezember 2021.“ Janina Klug ist die Projektmanagerin und sie möchte den Schutz dieser bedrohten Art nicht einfach so aufgeben.

Über mehrere Jahre, so die Planung, solle die Wanderausstellung darüber informieren, wie ernst die Lage für das Braunkehlchen tatsächlich ist. Während der Wiesenbrüter früher sehr weit verbreitet war, kämpft die Art jetzt ums nackte Überleben. „Entwässerung und Grünlandumbruch, zu häufiges und zu frühes Mähen, Überdüngung, Pestizide und fehlende Nahrungsangebote sind nur einige Gründe, die zum Aussterben geführt haben,“ erklärt Klug. Und weil Umweltschutz und Landwirtschaft sehr eng verwoben seien, wäre eine „umsichtige Bewirtschaftung“ eine wirksame Waffe, um die Art zu erhalten. „Man könnte Ansitzwarten durch Zaunpfähle schaffen. Es hilft auch das Anlegen von Blühstreifen an Feld- und Uferrändern oder die späte Mahd nach dem 15. Juli. Außerdem könnte man entwässerte Flächen wieder vernässen oder einfach Altgrasstreifen belassen.“

Die Ausstellung zeigt darüber hinaus aber auch die Erfolgsgeschichte des Braunkehlchenprojekts in Nordostoberfranken. Unter anderem konnte sich nämlich der Bestand an Braunkehlchen in der Teuschnitz Aue von neun auf 17 Brutpaare steigern. Es wird aber auch darauf aufmerksam gemacht, wie eng der Schutz dieser Vogelart mit anderen Lebewesen verbunden ist, darunter auch der Mensch.

Janina Klug wünscht sich, dass die Ausstellung, die ihr sehr am Herzen liegt, möglichst viele Menschen erreicht. Sie möchte den mobilen Botschafter vorerst durch oberfränkische Landkreise wandern lassen, danach könnte er durch ganz Bayern ziehen. „Wer sich vorstellen könnte, diese Ausstellung zu zeigen, der kann sich gerne melden. Der Verleih erfolgt kostenlos, nur den Transport müssen wir berechnen.“ Mindestens zwei Monate solle die Präsentation auf rund 20 Quadratmetern jeweils an einem Ort zu sehen und öffentlich zugänglich sein. Für den Besuch dürfe dann auch keine zusätzliche Gebühr erhoben werden.

„Wir haben hier etwas geschaffen, das eine ganz klare Botschaft verbreitet,“ meint Janina Klug und präzisiert: „Das Braunkehlchen ist leider immer noch ein gefährdeter Wiesenbrüter, den wir unbedingt schützen müssen.“ Sie freut sich deshalb auch über die Möglichkeit, die Ausstellung in der Arnika-Akademie zeigen zu können. „Die Teuschnitzaue ist eines der letzten Brutgebiete in Oberfranken und durch die Akademie haben wir ein gewisses Maß an Publikumsverkehr.“

Die Ausstellung zum Braunkehlchenprojekt ist von Anfang Mai bis Ende Juli in der Arnika-Akademie in Teuschnitz während der Öffnungszeiten zu sehen. Sie zeigt unter anderem die Erfolgsgeschichte des Projekts in Nordostoberfranken, aber sie zeigt auch, wie gefährdet diese Art noch immer ist – und was man tun kann, um sie zu erhalten.

 

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