Über vier Monate unterwegs! Da bleibt kaum Zeit für einen Sommer-Urlaub?
Wenig, die Zeit ist knapp bemessen, was für die Familien ein bisschen doof ist wegen Kindern, Sommerferien und so und man kaum ein Wochenende da ist. Wir haben das jetzt so gestrickt, dass wir für zwei Wochen an die Ostsee fahren. Ich bin dann ein paar Tage dabei, dann für einige Konzerte dazwischen weg und dann komme ich wieder zur Familie zurück. Man muss es halt anders organisieren, aber irgendwie geht’s immer.
Was gefällt Euch denn besser: Hallenshows oder Open Air?
Kann man nicht sagen. Es ist alles geil. Wenn’s geil ist, ist es geil. Eine Clubshow, weil klein, eng, wie früher und man sieht sich in die Augen, da hast ne 1:1-Energie mit dem Publikum. Aber auch ein großes Festival ist mega, eine große Halle ist beeindruckend und toll zu sehen, wenn viele Leute kommen und alle Hände oben sind. Und ein Open Air bei prima Wetter und schönem Sonnenuntergang – mehr geht da auch nicht. Das kann man nicht gegeneinander vergleichen.
Eure Besetzung ist seit Jahren stabil, die andere Jungs tauchen aber nur auf der Bühne auf. Woher kommt die Dominanz von Sascha und Dir?
Das ist so gewachsen. Wir sind die Günderväter, da gab’s noch keine Band. Wir hatten die Idee, die ersten Songs aufgenommen, das weitergesponnen, ausgeheckt und auf den Weg gebracht. Die anderen Jungs kamen dann dazu. Durch die Besonderheit, dass wir zwei Sänger sind, was sonst auch eher selten ist, sind wir die zwei Frontsäue. Und das ist damit auch medial automatisch genug. Da wir bei „The Voice“ über ein paar Jahre aufgetreten sind, waren wir die Gesichter von „Boss Hoss“ - wir sind Boss und Hoss, die die Nase vorne haben, obwohl auch noch eine Band dahinter steht. Sascha macht die Musik und ich das Artwork, wie Konzeptvideos und den ganzen Kram. Deswegen kam’s zu dem Sondermodell.
Euer Vorprogramm bestreitet „Picturebook“. Hattet Ihr Einfluss auf die Auswahl der Band?
Klar! Das entscheiden wir, wer mit uns auf Tour geht. „Picturebook“ sind Freunde von uns. Eine Band, die aus Deutschland kommt, aber schwerpunktmäßig in Kalifornien lebt. Auf der Herbsttour waren die drei schon dabei, weil wir sie sehr mögen und sie uns soundmäßig ergänzen. Das ist ein bisschen krachiger. Wir haben sie gerne dabei und sie freuen sich, wenn sie möglichst viele Gigs bekommen.
Das Interview führte Ralf Kestel vom Veranstaltungsservice Bamberg