Thüringen Erste Impfstellen in Thüringen eröffnet

Eine Klinikmitarbeiterin wird gegen Corona geimpft. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild/dpa

Lange war Sachsen das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Bundesland. Jetzt ist es Thüringen, wo am Mittwoch die ersten Impfstellen ihre Arbeit aufnahmen.

Lange war Sachsen das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Bundesland. Jetzt ist es Thüringen, wo am Mittwoch die ersten Impfstellen ihre Arbeit aufnahmen.

Weimar (dpa/th) - Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wird in Thüringen seit Mittwoch auch in zentralen Corona-Impfstellen geimpft. Überschattet wurde der Start in den Impf-Zentren vom bundesweiten Höchstwert von 324,2 Corona-Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, den Thüringen am Mittwoch erreichte. Der Freistaat hat damit Sachsen, das diese Position wochenlang innehatte, als Corona-Hotspot unter den Ländern abgelöst. In Sachsen lag dieser Wert am Mittwoch bei rund 304,4.

In Thüringen wurden zunächst 14 von insgesamt 29 geplanten Impfzentren eröffnet, mit denen das Bundesland flächendeckend die Impfungen sicherstellen will. Nicht nur in Weimar, wo Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) die Impfstelle in einem städtischen Kulturzentrum eröffnete, auch in Jena, Eisenach, Erfurt, Gera und weiteren Orten holten sich Menschen die erste Dosis ab.

Die Impfeinrichtungen in Thüringen nähmen ihre Arbeit "an einem dramatischen Tag" auf, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) mit Blick auf den hohen Inzidenz-Wert beim Impfstart in Weimar. Der Politiker erhofft sich mit den Impfungen in den Zentren nun einen Wendepunkt bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. "Heute ist der erste Tag vom Ende der Pandemie", sagte er.

In dieser Woche sollen in den Impfstellen vorerst rund 3200 Menschen ihre Erstimpfung erhalten. Zunächst wird der Impfstoff des Herstellers Biontech genutzt. Das am Dienstag erstmals angelieferte Präparat der US-Firma Moderna soll erst ab 3. Februar zum Einsatz kommen, wenn die restlichen 15 Zentren ihre Arbeit aufnehmen. In den Krankenhäusern und Pflegeheimen wird bereits seit zwei Wochen geimpft. Insgesamt haben sich bislang 13 000 Thüringer spritzen lassen.

Weitere 40 000 Menschen haben einen Erst- und Folgetermin erhalten, so die Kassenärztliche Vereinigung, die die Impfkampagne mit Ausnahme der Krankenhäuser koordiniert. Bei beiden Impfstoffen sind zwei Einzelimpfungen zur Immunisierung erforderlich. Wegen des knapp bemessenen Impfstoffs werden zunächst nur bestimmte Bevölkerungsgruppen geimpft, darunter Menschen über 80 Jahre.

Auch unter den Landkreisen liegt der bundesweite Corona-Hotspot Nummer eins in Thüringen. Das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwoch für den Kreis Saalfeld-Rudolstadt rund 600 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Ramelow erklärte dies hauptsächlich mit zahlreichen Nachmeldungen nach Weihnachten und dem Jahreswechsel. Generell habe er aber seit Wochen vor dieser Entwicklung gewarnt, die häufig auf Ansteckungen im privaten Bereich zurückzuführen sei.

Auch die Kreise Altenburger Land (473,2), Hildburghausen (454,1), Saale-Orla (449,5) und Unstrut-Hainich (414,7) gehören zu den zehn bundesweit am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Landkreisen in diesem Zeitraum.

Insgesamt wurden in Thüringen von Dienstag zu Mittwoch 1216 Neuinfektionen und 59 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet. Die Gesamtzahl der Infizierten in Thüringen seit Pandemiebeginn im vergangenen März erhöhte sich auf 53 527. Am Mittwoch wurden 202 Erkrankte auf Intensivstationen von Kliniken behandelt. Als genesen gelten rund 40 000 Thüringer. Die Gesamtzahl der Todesfälle hat sich seit Anfang Dezember mehr als vervierfacht. Am 1. Dezember waren in Thüringen 360 Tote seit Pandemiebeginn gezählt worden. Am Mittwoch waren es 1468.

Mit den Regeln für den Lockdown, der bis Ende Januar gilt, will sich der Landtag am 20. Januar in einer von der AfD beantragten Sondersitzung beschäftigen, wie Landtagspräsidentin Birgit Keller mitteilte. Grüne, CDU und FDP legten Korrekturwünsche oder Präzisierungen zur seit 10. Januar geltenden Corona-Verordnung der Landesregierung vor.

 

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