Tiefgarage Eltmann Parken mit dem Handy

Sabine Weinbeer

In der Tiefgarage in Eltmann gibt es ab sofort zwei Möglichkeiten: einen ausgedruckten Parkschein aus dem blauen Automaten – oder die Registrierung über eine Park-App.

An der Zufahrt zur Altstadt-Tiefgarage gibt es keine Schranke mehr. Die Parkgebühr kann jetzt entweder über einen Parkscheinautomaten oder die App „Parkster“ entrichtet werden. Bürgermeister Michael Ziegler (links) und Mario Pfister von der Stadtverwaltung erläuterten das Konzept bei einem Pressetermin. Foto: /Sabine Weinbeer

Eltmann - Das Parken in der Eltmanner Altstadt-Tiefgarage bleibt „schrankenlos“, kostet jetzt allerdings wieder Gebühr. Die im weiten Umkreis wohl niedrigste Parkgebühr von 50 Cent je Stunde kann klassisch über Parkschein oder über die App des Anbieters „Parkster“ bezahlt werden. Mario Pfister vom städtischen Bauamt und Bürgermeister Michael Ziegler mussten ein neues Konzept für die Tiefgarage finden, weil die Schranken-Anlage nach gut 20 Jahren im Betrieb nicht mehr zu reparieren war.

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„Die Schranken-Anlage zu erneuern, hätte 60 000 bis 70 000 Euro gekostet. Das steht in keinem Verhältnis“, so Mario Pfister. Schon im Jahre 2000, als die Tiefgarage unter dem neu errichteten Einkaufs- und Therapiezentrum am Rande der Altstadt eingeweiht wurde, machte sich niemand im Stadtrat die Illusion, dass die Garage ohne Defizit arbeiten würde. Deshalb sollten die Betriebskosten immer möglichst niedrig gehalten werden. Für Bürgermeister Michael Ziegler ist die Tiefgarage mit ihren 80 Stellplätzen ein Service-Angebot an die Bürgerinnen und Bürger sowie an die Besucher Eltmanns. Wer eine Beerdigung im Friedhof besuchen will, geht keine zwei Minuten, zum Rathaus und den umliegenden Geschäften sind es vier und zu den Büros und Praxen oberhalb der Garage führen Aufzüge. Auch wer in der Altstadt wohnt, kann hier sein Fahrzeug abstellen, denn die Stadt vermietet Dauerstellplätze monatsweise oder ganzjährig.

Als klar war, dass die Schranke nicht mehr zu reparieren war, konnte in der Tiefgarage zunächst kostenlos geparkt werden. „Das hat sich schnell rumgesprochen, die Garage war wesentlich voller als jetzt gerade“, so Mario Pfister beim Pressetermin vor Ort. Doch ganz kostenlos sollte das Angebot nicht sein und verschiedene Optionen wurden geprüft.

Komplett auf eine digitale Lösung umzustellen stand nicht zur Debatte, schließlich sollten auch ältere Verkehrsteilnehmer nicht vor eine neue Hürde gestellt werden. Deshalb gibt es nun zwei Möglichkeiten: einen ausgedruckten Parkschein aus dem blauen Automaten – oder eben die Registrierung über die App. Bei beiden Varianten muss der Parkende eine Zeit wählen – die App bietet allerdings den Vorteil, dass man vom Wartezimmer aus auch verlängern kann, wenn man merkt, dass man zu knapp kalkuliert hat. Eine Parkzeitbeschränkung hält man in Eltmann bisher nicht für nötig.

Für „Parkster“ habe man sich entschieden, weil sie keine zusätzlichen Gebühren für die Nutzer mit sich bringt, die Wahl zwischen Zahlung per Rechnung oder Kreditkarte bietet und im Umkreis schon genutzt wird – etwa in Haßfurt, Baunach, Schweinfurt oder Würzburg, erklärt Mario Pfister.

Ab der nächsten Saison wird „Parkster“ auch für den Wohnmobil-Stellplatz in Eltmann eingeführt. „Das ist leichter für uns und die Wohnmobilisten, die das von anderen Orten längst gewöhnt sind“, erklärt Michael Ziegler. Der Stellplatz am Main erfreut sich sehr großer Beliebtheit und wurde in den vergangenen Jahren Stück für Stück aufgerüstet, etwa durch Versorgungs-Säulen.

Alle anderen Parkplätze in Eltmann bleiben weiterhin kostenlos und an den meisten Stellen Parkscheiben-geregelt. Für die Einhaltung der Parkzeiten auf den oberirdischen Plätzen wie auch die Bezahlung in der Tiefgarage sorgt die kommunale Parküberwachung.

Ziegler und Pfister gehen davon aus, dass die Stadt damit gut fährt – und die Parkplatzsuchenden in Eltmann ebenso.