Tierheim Kronach Ein Jahr mit vielen Turbulenzen

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Zeit zum Durchatmen gab es für die Beschäftigten der Einrichtung in den vergangenen Monaten kaum. Obwohl weniger Tiere abgegeben wurden als im Jahr zuvor. Dafür warteten andere Herausforderungen.

Schäferhund Tommy wünscht allen frohe Weihnachten – und hofft mit den Beschäftigten des Kronacher Tierheims darauf, dass es auch 2025 genügend Unterstützung gibt. Schließlich rechnet man hier mit Sanierungkosten im sechsstelligen Bereich. Foto: Tierheim Kronach

Auf ein turbulentes Jahr 2024 blicken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kronacher Tierheims zurück. Im Hinblick auf die Zahl der abgegebenen und gefundenen Tiere sei das Jahr 2024 glücklicherweise kein Rekordjahr, sagt die stellvertretende Leiterin der Einrichtung, Katrin Meserth – „ganz im Gegensatz zu letztem Jahr, wo wir vor lauter Katzen-Neuzugängen kaum noch ein und aus wussten“. Heuer sei die Situation etwas entspannter gewesen. Für die Tierheim-Beschäftigten ist das allerdings kein Grund zum Aufatmen. „Denn tatsächlich haben wir zwar weniger Tiere bekommen, dafür aber etliche aufgrund ihres Charakters und ihrer Erlebnisse schwer vermittelbare Kandidaten“, erklärt die stellvertretende Leiterin. „Auch haben weniger Tiere mehr Kosten verursacht, da vor allem die Katzen oft krank zu uns kommen und mühsam und kostenintensiv wieder aufgepäppelt werden müssen.“

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Bedauerlich sei, dass in diesem Jahr längst nicht alle verwilderten Hauskatzen kastriert werden konnten, so wie man dies jahrzehntelang betrieben habe. „Der Grund ist schlicht und ergreifend, dass die Kosten hierfür derart aus dem Ruder gelaufen sind, dass dies bei so einer Fülle von Katzen nicht mehr zu stemmen ist“, berichtet Meserth. „In fast jeder Gemeinde im Landkreis leben gefühlt Hunderte von herrenlosen, unkastrierten Katzen – und das trotz unserer Kastrations-Bemühungen in den letzten Jahrzehnten. In diesem Ausmaß ist das für uns einfach nicht mehr stemmbar.“

Auch Privatleute seien mit den gestiegenen Tierarztkosten offenbar häufig überfordert zu sein, da immer wieder kranke Tiere in der Einrichtung landeten, deren Behandlung sich die Besitzer nicht mehr leisten könnten oder wollten, sagt die Tierpflegerin. „Die Dunkelziffer liegt dabei sicher noch höher, da vermutlich oft andere Gründe für die Abgabe vorgeschoben, oder die Tiere – vor allem Katzen – einfach ausgesetzt wurden.“

Sehr getroffen habe die Beschäftigten und Ehrenamtlichen in diesem Jahr der Tod zweier langjähriger Tierheim-Dauergäste, berichtet Katrin Meserth. „Gott sei Dank kommt es nicht allzu oft vor, dass ein Tier im Tierheim sterben muss, da wir für die meisten doch noch ein liebevolles Zuhause finden können. Trotzdem ist jeder Tod im Tierheim einer zuviel. Jedes Tier sollte das Recht haben, in einer geborgenen Familie alt werden zu können, wohl umsorgt und geliebt, und irgendwann, nach einem langen und erfüllten Leben, den letzten Weg antreten, bis zuletzt begleitet und getröstet von den geliebten Menschen. In der Realität sieht das leider oft anders aus. Und obwohl wir uns redlich Mühe gegeben haben, konnten wir unseren beiden Lieblingen Luna und Rocky nicht das bieten, was in einer richtigen Familie möglich gewesen wäre. Dennoch haben wir beide geliebt und hoffen, dass wir ihnen das Zuhause wenigstens ein bisschen haben ersetzen können. Jenseits der Regenbogenbrücke sind die beiden nun sicher wieder jung, haben keine Krankheiten und Schmerzen mehr und tollen mit anderen Hunden um die Wette.“

Zu Glück habe es in diesem Jahr auch viele schöne Momente gegeben. Etwa die Tatsache, dass zwei neue Tierpfleger-Kolleginnen und etliche neue Ehrenamtliche zum Team gestoßen seien, informiert Meserth – „Helfer, die dringend gebraucht werden und für die wir unglaublich dankbar sind“. Erfolgreich seien auch die großen Aktionen der Einrichtung gewesen, etwa das Tierheimfest im Sommer sowie die Frühlings- und die Weihnachtsauktion. „Auch als Anfang Dezember schließlich unsere Vorräte an Katzenstreu fast aufgebraucht waren und wir einen Spendenaufruf gestartet haben, ließen uns die Tierfreunde nicht im Stich“, freut sich Katrin Meserth. „So viele Tierfreunde fuhren uns Katzenstreu und natürlich auch Futter vorbei, manchmal ganze Kofferräume voll, und auch der Strom an Paketen übers Internet ist immer noch ungebrochen.“ Derartige Spenden nehme man auch weiterhin gerne entgegen, „denn es hält sich ja und so haben wir wenigstens wieder ein kleines Vorrats-Polster“.

Von diesem Engagement zeigt sich das Tierheim-Team sehr berührt. „Wir alle wissen ja, dass die Zeiten nicht gerade leicht sind und jeder mit gestiegenen Ausgaben zu kämpfen hat“, sagt die stellvertretende Leiterin. „Dieser Zusammenhalt aber gibt uns immer wieder die Kraft, trotz vieler negativer Erlebnisse, die der Tierschutz leider mit sich bringt, an das Gute im Menschen zu glauben, und so möchten wir uns bei allen Spendern von ganzem Herzen bedanken.“

Gleichzeitig hofft sie, dass die Unterstützung auch im kommenden Jahr nicht nachlasse, denn es stehen etliche dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen in dem alten Tierheimgebäude an, die wohl ein großes Loch in die Kasse reißen werden. So braucht der Altbau-Trakt – ein Gebäudeteil, der noch aus den 1970er-Jahren stammt – ein neues Dach, da das alte undicht ist. „Ganz toll wäre es in diesem Zuge natürlich, eine Solaranlage darauf zu installieren, die die Energiekosten auf lange Sicht drastisch senken würde“, sagt Katrin Meserth.

Ebenfalls dringend nötig sei die Sanierung der Katzen-Quarantänestation. Darüber hinaus kommen wohl etliche größere und kleinere Anschaffungen und Reparaturen auf die Einrichtung zu, befürchtet die stellvertretende Leiterin: „Und so rechnen wir für 2025 mit Sanierungskosten im sechsstelligen Bereich.“ Obwohl man schon seit Jahren eisern spare, könne man das nur mit der Hilfe weiterer Spender und Sponsoren schaffen. Zuwendungen sind über folgende Bankverbindung möglich: DE 51 7715 0000 0240 0011 64 bei der Sparkasse Kulmbach-Kronach. Wer eine Spendenquittung haben möchte, sollte nicht vergessen, seine Adresse anzugeben.