Tierisches Musical im Rodachtal Schnauze voll von garstigen Worten

Heike Schülein

Was passiert, wenn die Tiere sie verunglimpfende Schimpfwörter leid sind: Das zeigen die Theater-Kinder der Grundschule Rodachtal bei ihrem großen Musical-Abend.

Die Theater-Kinder der Grundschule Rodachtal begeisterten bei ihrem großen Musical-Abend. Foto: Heike Schülein/Heike Schülein

„Ey, du dumme Kuh, fette Sau bist du!“, beim Musicalabend am Donnerstag in der voll besetzten Rodachtalhalle wähnte sich das Publikum auf einem Schulhof, wo sich Jungen und Mädchen in einem wahren Wettstreit ein hässliches tierisches Schimpfwort nach dem anderen an den Kopf werfen. Ratte Rasko, die sich dort an einer Mülltonne gerade ihren leeren Magen füllt, wird Ohrenzeuge dieser Schimpfkanonade - von alter Esel über blöde Ziege bis hin zu Kamel und Straßenköter. Empört über die Diskriminierung, trommelt sie alle Tiere zu einer Versammlung zusammen, um ihnen von diesen Gemeinheiten zu berichten und den Kindern eine Lehre zu erteilen.

Nach der Werbung weiterlesen

Mit dem rund eineinhalbstündigen Bühnenstück „Als die Tiere die Schimpfwörter leid waren“ brachte die Schulspielgruppe der Grundschule Rodachtal, unter Regie von Carola Glaser, ein ebenso vergnügliches wie pädagogisch wertvolles Kindermusical auf die Bühne. Die gelungene Mischung aus pfiffigen Texten, eingängiger Musik, Tanz, Schauspiel und Akrobatik stammt aus der Feder von Mechthild von Schoenebeck. Die Musikprofessorin greift darin das Thema Streitigkeiten auf und wie Schimpfwörter, einfach so dahingesagt oder auch gezielt eingesetzt, für Ärger und Traurigkeit sorgen.

Erbost über die Verunglimpfungen, sinnen die Tiere zunächst auf Rache und tragen hierfür verschiedene Vorschläge zusammen. Doch die weise Eule Eulalia hat einen besseren Plan: „Gleiches mit Gleichem vergelten, das zeugt nicht gerade von Genie. Viel mehr kann man erreichen mit Lachen und etwas Magie!“ Mithilfe eines Zaubers nimmt sie den Kindern die Sprache, damit sie über das nachdenken, was sie gesagt haben. Am Ende geht natürlich alles gut aus: Die Kinder erkennen ihre Fehler, der Zauber wird durch Lachen gebrochen und Tiere und Kinder schließen einen Friedensvertrag. Gemeinsam singen sie ein wunderbares Lied darüber, dass man gemeinsam eine tolle Truppe ist und wie viel man mit Lachen und ein wenig Magie erreichen kann.

Wenngleich die zauberhafte Geschichte natürlich die ideale Vorlage für beste Unterhaltung bot, waren es doch die quirlig aufspielenden Darsteller in ihren fantasievollen Kostümen, die dem Stück erst „Leben einhauchten“. Das Ensemble im Alter von acht bis zehn Jahren agierte mit so viel offensichtlicher Spielfreude, dass es für die Zuschauer jede Menge zu lachen gab. Besonders herauszuheben sind hier der Mut und die Leistung der Kinder, die nicht nur ihre Texte beherrschten und live auch viele Solopartien sangen, sondern dabei auch in ihren Rollen voll aufgingen – und das vor großem Publikum. Langanhaltender Beifall, auch immer wieder während der Aufführung, war für die junge Schauspielriege dann auch der schönste Lohn für die lange Probenarbeit. Rektorin Ulrike Schmidt zeigte sich am Ende sehr stolz auf alle mitwirkenden Schüler sowie ihre sehr engagierten Lehrkräfte. Dem konnte sich Regisseurin Carola Glaser nur anschließen, die ihrerseits viele lobende Worte für die Theater-Gruppe fand.

Eingebettet war das Musical in Aufführungen aller Jahrgangsstufen. Die Klasse 4 a zeigte, wie eine „bewegte Pause“ an der Schule aussieht, während die Klassen 2 und 4 b zu einem „bunten Treiben“ einluden. Die Klassen 1 a und 1 b führten eine Klatsch-Patsch-Tanz auf und die Klasse 3 erfreute mit einem Frühlingslied. Auch für sie gab es reichlich Applaus.