Tierschutzverein Ein Herz für alles, was kreucht und fleucht

Peter Tischer
Auch einem Rotmilan mussten die Neustadter Tierschützer helfen. Er lebt mittlerweile wieder in Freiheit. Foto: pet

Auch in der schwierigen Coronazeit ist der Tierschutzverein Neustadt aktiv. Im vergangenen Jahr päppelte man neben vielen ausgesetzten Katzen sogar Entenküken und einen verletzten Rotmilan auf.

Neustadt/C - Der Tier- und Naturschutzverein Neustadt hatte und hat nach wie vor – wie viele andere Vereine auch – unter Corona zu leiden. Zwar hält sich die Mitgliederzahl bei 310 relativ konstant, doch fielen zuletzt zwei wichtige Einnahmequellen des Vereins, das Sommerfest und die Wildenheider Dorfweihnacht, der Pandemie zum Opfer. Letztere werde auch heuer noch einmal ausfallen, bedauerte die Vorsitzende Siglinde Waschkeit bei der Hauptversammlung. „Wir hoffen sehr, dass im Jahr 2022 wieder ein Sommerfest stattfinden kann“, blickte sie nach vorne.

Kassierer Günter Waschkeit konnte dennoch einen soliden Kassenbestand vorweisen, die Revisoren Kerstin Büchner und Sandra Fischer stellten eine einwandfreie Buchführung fest und das Plenum entlastete den gesamten Vorstand, sodass der Weg für Neuwahlen frei war. Dabei wurde für die kommenden vier Jahre Siglinde Waschkeit als Vorsitzende bestätigt. 2. Vorsitzende ist Daniela Büchner, zur Kassiererin wurde Sabrina Kiesewetter gewählt, stellvertretender Kassierer ist Günter Waschkeit. Er dankte allen Helfern: „Es steckt immer sehr viel Herzblut und viel Zeit in dieser Arbeit“, betonte sie.

Im letzten Jahr sei die Zahl der Fundtiere gesunken, „ausschlaggebend war dabei, dass wir ‚nur‘ 50 Piepmätze in Obhut nehmen mussten“, konstatierte die Vorsitzende. Durch die beiden Coronajahre ziehe sich aber weiterhin das Problem der ausgesetzten Katzen wie ein roter Faden. „So wurde uns etwa auch eine schwer kranke Katze gebracht. Durch mehrere Operationen und mit viel medizinischem Aufwand hat sich ihr Zustand stabilisiert“, erläuterte Waschkeit beispielhaft das Schicksal vieler „Streuner“. Auch um verwahrloste Hunde habe man sich immer wieder kümmern müssen. Ihr Dank galt einmal mehr den betreuenden Tierärztinnen Dr. Sabine Haußer und Claudia Fechter, „die oft auch zu den unmöglichsten Zeiten unseren kranken Schützlingen helfen.“

Rosalie, so heißt die blinde Katzendame, habe man inzwischen an eine „sehr nette Familie in der Nähe von Kulmbach vermitteln können“, freute sich Waschkeit. „Wir sind froh, dass es immer solche Menschen gibt, die einer Katze mit Handicap eine Chance geben.“

Die Vorsitzende hatte aber auch etwas zum Schmunzeln parat: „Im Juni hatten wir mehrere Anrufe, dass sich im Bereich Heubischer Straße/Kreisel und im Bereich Krämere ein Kamerunschafbock aufhält, der sich auch verkehrswidrig verhält.“ Mittlerweile konnte er von einem Schäfer eingefangen werden. Waschkeit wies darauf hin, dass der Tierschutzverein stets mit Rat und Tat zur Seite stehe, wenn herrenlose oder verletzte Tiere auftauchten. Selbst wenn es sich um Hornissen handle, helfe man gerne weiter. Im vergangenen Jahr päppelte man auch Entenküken und sogar einen Rotmilan auf.

Im Anschluss standen dann die Ehrungen treuer Mitglieder an: Für zehnjährige Mitgliedschaft wurden Klaus Bruckner, Ulrike Reißenweber, Evelin Fischer, Elvira Falk, Fritz Falk, Michael Gähde, Simone Markus, Marion Prestien, Daniela Büchner, Renate Knoth und Petra Schmiedeknecht gewürdigt.

Seit 25 Jahren sind Stefanie Kaiser, Karolin Simolka, Petra Alert, Hildegard Häußer, Heinz Häußer, Birgit Mechtold, Stephan Eichner, Simone Marx, Uwe Keller, Brita Wannagat, Silke Freyer, Regina Renk, Petra Luthardt, Rosemarie Gerber, Traudel Putz, Dirk Putz, Alexander Golandsky, Stefan Kessel und Helmuth Eber dabei.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde schließlich Günter Hein und für 50 Jahre Gunda Gärtner geehrt.

 

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